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Baden auf Grossbasler SeiteZurück zur Pracht von 1898

Das Rheinbad Breite soll als Treffpunkt attraktiver werden. Rund 3,4 Millionen Franken investieren Kanton und der Unterstützungsverein für die Vergrösserung.

Auf diese Grösse wurde das Rheinbad Breite im Jahr 1989 geschrumpft.
Auf diese Grösse wurde das Rheinbad Breite im Jahr 1989 geschrumpft.
Foto: Verein Rheinbad Breite
Auf diese doppelte Grösse soll das Bad bis zur Badesaison 2022 wieder anwachsen.
Auf diese doppelte Grösse soll das Bad bis zur Badesaison 2022 wieder anwachsen.
Foto: Verein Rheinbad Breite

Es ist Sommer geworden. Die Badehungrigen haben ihre Schwimmfische gepackt und machen sich auf ans Rheinufer. Noch immer baden sie mehrheitlich auf der Kleinbasler Seite. Doch das könnte sich schon bald ändern. Bis in zwei Jahren soll das Rhybadhüsli Breite wieder ebenso gross sein wie bei der Eröffnung im Jahr 1898. Das wollten Christian von Wartburg, die SP und einige Gesinnungsgenossen, und sie haben es im Grossen Rat auch durchbekommen. Am Donnerstag segneten die Parlamentarier einstimmig den Ratschlag zur Erweiterung des Rheinbades Breite am St. Alban-Rheinweg ab. Der Kanton schiesst 2,58 Millionen ein, der Verein Rheinbad Breite beteiligt sich mit 840’000 Franken.

«Ein Schwumm im Rhein gehört zu den schönsten Dingen, die man in Basel im Sommer erleben kann, und das Rheinbaden ist eine der zauberhaften Visitenkarten unserer Stadt», sagt Initiant Christian von Wartburg. Das Areal gehört dem Kanton, betrieben wird das Bad vom Verein Rheinbad Breite. Mit dem Rückbau zur alten Grösse könne man die stetig steigende Beliebtheit des Angebots auffangen und die Infrastruktur den aktuellen Bedürfnissen anpassen, sagt von Wartburg.

Das Ende drohte

Das Schicksal dieses traditionsreichen Bades hing an einem seidenen Faden. 1973 sollte es ersatzlos abgerissen werden. Damals wurde der Verein Rheinbad Breite gegründet und die Mitglieder schafften es, das Bad zu erhalten.

«Doch es war ein steter Kampf», schildert von Wartburg. 1989 war die Bausubstanz so schlecht geworden, dass die Baupolizei wieder mit einer Schliessung drohte. Mit einer Reduzierung der Plattform auf die Hälfte konnte es dank Mithilfe der Christoph Merian Stiftung nochmals gerettet werden. 2005 sammelte der Verein selber Geld, und das Bad wurde umfassend saniert. Mit den 840’000 Franken, die der Verein jetzt einschiesst, sollen Küche und Garderoben saniert werden.

Liegen, duschen, speisen

Das Bad bietet zwei Badeplattformen mit Liegeflächen, Sitzgelegenheiten, Duschen und Garderoben an. Für die Rheinschwimmer gibt es zwei Ein-/Ausstiegsmöglichkeiten in den Rhein. Von Juli bis September ist ein «Badhyslimeister» vor Ort und für die Gästebetreuung zuständig. Das Rheinbad ist jedoch eine Badeplattform und kein Schwimmbad. Der Badebetrieb im Rhein selbst findet ohne Aufsicht statt und erfolgt auf eigene Gefahr. Im Restaurant gibt es 80 wettergeschützte Sitzplätze und einen Kiosk mit Sitzgelegenheiten im mittleren Bereich des Oberdecks.

Seit 2010 gibt es auch eine Sauna. Diese befindet sich in einem der Ufercontainer. In den Sommermonaten werden auf der Plattform Bewegungs- und Gesundheitskurse, in den Wintermonaten in temporären Jurten Ruhemöglichkeiten und Massagen angeboten.

Dach mit Flechten

Mit der Verdoppelung des Decks wird künftig mehr Platz für Aktivitäten und Begegnung zur Verfügung stehen. So sollen noch mehr Kurs-, Bewegungs- und Gesundheitsangebote stattfinden. Das Restaurant bleibt in der heutigen Grösse bestehen. Die dazugehörige Küche wird jedoch an die neuen Standards angepasst. Ausserdem wird der Wind- und Wetterschutz erneuert. Die Sauna wird neu auf der Plattform stehen. Für die Konstruktion wird die Stahlstruktur des heutigen Rheinbads in Stahl erweitert.

Aus baulichen und konstruktiven Gründen werde auf eine Dachbegrünung verzichtet, steht im Ratschlag. So könne das filigrane Dach beibehalten werden. Stattdessen werde es mit Flechten besetzt und mit Solarzellen bestückt. Konstruktiv wird das erweiterte Rheinbad wie der heutige Bestand in Metall und Holz ausgeführt, so dass es nach der Sanierung so aussieht wie bisher – nur eben grösser.

Mit 55 Ja-Stimmen wurde der Ratschlag abgesegnet. Christian von Wartburg freute sich wie ein kleines Kind. Doch er und alle Schwimmfans werden sich bis zur Badesaison 2022 gedulden müssen, bis sie die neue, vergrösserte Plattform nutzen können.