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Ein Tag im Lockdown«Zum Glück bin ich keine ängstliche Person»

Jeder Mensch hat seine Lockdown-Geschichte. Wir haben einige davon gesammelt. Ein Tag im Leben von «Tagesschau»-Sprecherin Katja Stauber.

Katja Stauber, 57,  musste die Ausrufung des Notstands moderieren.
Katja Stauber, 57, musste die Ausrufung des Notstands moderieren.
Bild: SRF/ Oscar Alessio

Bereits beim Aufwachen ahnte ich: Heute kommt etwas, was die Schweiz noch nie erlebt hat. Damals redete man noch über Hamsterkäufe, meine Schwiegermutter sorgte sich, weil das Fitnesscenter bald schliessen könnte.

Ich stand um sieben Uhr auf, etwas früher als sonst, und las Zeitung. Ich weiss noch, dass ich an diesem Tag in den Kleiderschrank griff, ohne mir viel zu überlegen. Ich dachte: Heute ist es nicht wichtig, was ich anziehe. Heute ist wichtig, was mit dem Land passiert. Während der Pressekonferenz mit Simonetta Sommaruga machte ich mir Notizen. Der Lockdown verunsicherte mich nicht. Eher war ich erleichtert, wie viele Freiheiten uns blieben.

Ich eröffnete die Sendung: «Guten Abend, meine Damen und Herren, das ist die Hauptausgabe der ‹Tagesschau› am Tag, als der Bundesrat den nationalen Notstand ausruft.» Der Satz war mir am Nachmittag eingefallen. Als bekannt wurde, dass die Schweiz mit Notrecht regiert wird, dachte ich: Das habe ich in 28 Jahren «Tagesschau» noch nie gesagt. Mir war klar, dass dieser Tag in die Geschichte eingeht.

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