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Moment mal – TrüffelfundZufällig im Baselbiet über schwarzes Gold gestolpert

Mein Quartier in Sissach ist ein kleines Paradies. Neuster Beweis: Im Garten spriessen Trüffel.

Christoph Meier, Raphael Kara und Alvar zeigen stolz ihren Fund inklusive Nachweis der Pilzkontrolleurin.
Christoph Meier, Raphael Kara und Alvar zeigen stolz ihren Fund inklusive Nachweis der Pilzkontrolleurin.
Foto: Jan Amsler

Es ist einfach schön in Sissach. Das muss sogar meine Freundin und Mutter unseres Sohnes eingestehen. Und das will etwas heissen, schliesslich stammt sie ursprünglich aus Gelterkinden; für uns Sissacher ist das so etwas wie Zürich für die Basler – und umgekehrt.

Insbesondere unser Quartier, die «Saagi» mit den fünf Mehrfamilienhäusern, ist ein kleiner Garten Eden. Der Diegterbach sorgt permanent für ein paradiesisches Rauschen, und die Kinder können sich auf einem Spielplatz mit Trampolin, Sandkasten, Schaukel, Kletterturm und Rutschbahn austoben. Hinter einer Hecke beim Vorplatz hat es eine Grillstelle mit Unterstand. Und will man bei uns klingeln, geht man über eine kleine Brücke, die über einen Weiher mit Seerosen führt. Ja, es ist fast schon kitschig.

Ins Bild passt der neuste Vorfall, der sich im Saagi-Quartier abgespielt hat. Vor wenigen Tagen sind wir zufällig auf Trüffel gestossen. Unter einem Baum beim Spielplatz. Während die Kinder im Sandkasten nach einem imaginären Schatz gruben, machten zwei junge Väter einen auf Trüffelschwein. In der Annahme, ein abgebrochenes Stück Holz aus dem Weg zu räumen, kickte der eine zufällig an den schwarzen Pilz, was dem anderen natürlich nicht entging. Zusammen mit weiteren Nachbarn durchkämmten sie schliesslich den Boden.

392 Gramm schwarzes Gold.
392 Gramm schwarzes Gold.
Foto: Jan Amsler

Es waren die richtigen beiden vor Ort: Nicht nur sind sie von Beruf passionierte Köche, sondern auch privat als Feinschmecker bekannt. Oft kommt es an schönen Sommerabenden spontan zu einem Grillplausch im Quartier, den die beiden mit ihren Kochkünsten zu einem eigentlichen Festschmaus aufwerten.

Ihr Verdacht, auf schwarzes Gold gestossen zu sein, erhärtete sich bald. Die Pilzkontrolleurin sei schier ausgeflippt. Trüffel im Garten? In dieser Menge? Das habe sie in ihren 30 Jahren noch nie gesehen! Zwar handelt es sich um den relativ verbreiteten Sommertrüffel und nicht um das ungleich teurere weisse Exemplar. Doch ist ein bekanntes Restaurant in der Region offenbar bereit, pro Gramm einen Franken zu bezahlen. Und vom Saagi-Trüffel liegen immerhin 392 Gramm vor.

Aber den Schatz zu verscherbeln, käme den beiden Findern nicht in den Sinn. Stattdessen schmieden sie Pläne, wie sie den edlen Pilz verarbeiten können, sodass alle im Quartier etwas davon haben. Im Raum stehen Trüffelöl, Trüffelbutter, Trüffelsalami oder gar ein Trüffelessen für alle Saagi-Leute.

Ein Beweis mehr: Es ist einfach schön in Sissach.