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Ein DJ fürs Kollektiv

Die Sets des Salon-des-Amateurs-DJ Vladimir Ivkovic fordern heraus. Und nehmen einen völlig ein.

Es regnete Bindfäden, als Vladimir Ivkovic Ende Mai in Amsterdam am Strange Sounds from Beyond-Festival spielte. Die Tanzfläche war rappelvoll. Die Menge bewegte sich andächtig zu dieser ritualistischen Musik, die wie aus einem Guss war. Die Zeit stand still; es schien, als könnte nichts in der Welt dem Trommelfeuer des Schamanen Ivkovic etwas anhaben. Eine Kollegin bemerkte noch, Vladimir Ivkovic habe diese Guru-mässige Ausstrahlung – und so sah er aus, mit dem Bart, den wachen Augen hinter der Brille und seinen so filigranen Fingern, die über den Mixer huschten.

Guru. Schamane. Zeremonienmeister: Das mag alles stimmen. Wichtiger aber ist, dass sich Vladimir Ivkovic immer als Protagonist eines Kollektivs begreift. Er ist ein sehr aufmerksamer Zeitgenosse, der einen an einer Party schon mal all seinen Freunden vorstellen kann.Der Düsseldorfer aus dem Umfeld des Clubs Salon des Amateurs emigrierte 1992 aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland. Als DJ hat er einen unverkennbaren Stil entwickelt, eine kühle Ästhetik, in deren Schleifen­haftigkeit sich neben runtergedrosseltem 90er-Jahre-Trance so manche Obskurität mischen kann. Weil seine Sets nicht nur avantgardistisch, sondern auch einnehmend sind und öfter phänomenal geraten, hat sich Ivkovic in den letzten paar Jahren eine unheimliche Resonanz erspielt. Auf Ivkovics Vinyl-Imprint Offen Music erschien zuletzt die Nummer «Metaclaw» von Beck Nash Reyenga, ein krautiges Synth-Wunder. Jetzt folgt eine neue Platte des Düsseldorfer Trios Toresch. «Somos muchos, vamos juntos, somos todos» singt da die mexikanisch-deutsche Künstlerin Viktoria Wehrmeister: Alle miteinander. Der Regen kann kommen.

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