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«Weltneuheit» soll Frieden stiften

Anwohner und Feiernde geraten sich häufig ins Gehege. Mithilfe einer Internetplattform sollen die Wogen geglättet werden.

Hot-Spot des Zürcher Nachtlebens: Langstrasse.
Hot-Spot des Zürcher Nachtlebens: Langstrasse.
Keystone

Anwohner, Partygänger und Barbetreiber haben zusammen mit der Verwaltung der Stadt Zürich eine neue Website entwickelt. Unter www.gutenachtbarschaft.ch finden Beteiligte und Betroffene des Zürcher Nachtlebens Informations- und Kontaktangebote. Mehrere Stadtangestellte standen dafür monatelang im Einsatz, es kam zu externen Kosten von rund 50'000 Franken.

Ziel war es, die bislang nicht immer einfach auffindbaren Informationen und Kontakte für alle Fragen rund ums Nachtleben und seine Emissionen zusammenzuführen. Auf der Website sollen sowohl lärmgeplagte Anwohner als auch verunsicherte Clubbetreiber und Partygänger schnell und einfach hilfreiche Informationen finden.

Metropole für Nachtleben

Richard Wolff spricht von einer «Weltneuheit»: ihm sei keine andere Stadt bekannt, in der Vertreter des Nachtlebens und Menschen aus der Bevölkerung auf diese Weise zusammentreffen. «In punkto Nachtleben sind wir eine europaweite Metropole», sagt Wolff. Eine erfreuliche Angelegenheit mit einer Schattenseite. Weil die grossen, leeren Industrieareale verloren gingen, dränge das Nachtleben immer mehr in die Innenstadt. «Das birgt grosses Konfliktpotenzial und wir müssen lernen, damit umzugehen.»

Es sei nicht das Ziel, sogenannte «Nachtleben-Ghettos» zu schaffen. Das heisst Strassen oder grosse Areale, die vor allem den Feiernden zur Verfügung stehen würden – «irgendwo zwischen Stettbach und Oerlikon beispielsweise». Erfahrungen im Ausland hätten gezeigt, dass dies zu weiteren Problemen führt. Die Stadtregierung sei stolz auf das heterogene Gemisch, aus Feiernden, Bewohnern und Berufstätigen. «Dem müssen wir Sorge tragen», sagt Wolff.

Nicht immer gleich zur Polizei

Die verantwortliche Projektgruppe, bestehend aus Stadtverwaltung, Quartierkonferenz, Bar & Club Kommission sowie «NachtStadtrat», erhofft sich, dass beispielsweise bezüglich Lärm die Eskalationsstufe gesenkt werden kann: Die neue Website gibt Ratschläge, welche Alternativen zum Anruf auf die Notfallnummer der Polizei bestehen.

Gutenachtbarschaft.ch wurde inhaltlich von Vertretern der Stadtentwicklung, der Stadtpolizei, der Sozialen Dienste, der Quartierkonferenz, der Bar & Club Kommission sowie des «NachtStadtrats» konzipiert. Finanziert wird es hauptsächlich durch die Stadt und zu einem geringeren Teil durch einen Beitrag der Bar & Club Kommission.

Die Plattform sei nun aber nicht das Ende des Projektes Nachtarbeit. «Es wird weiter zu einem Austausch kommen», sagt Alexandra Heeb, die städtische Delegierte für Quartiersicherheit. Die nun geschaffene Plattform sei bloss ein Etappenziel.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.

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