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Stadt Zürich gewinnt gegen Implenia

Im jahrelangen Streit um den Letzigrundbau hat das Obergericht der Stadt recht gegeben. Es ging noch um 20 Millionen Franken.

Waren ein Ausdruck des Baustreits zwischen der Stadt und Implenia: Einbau der Stützen, auch «Minarette» genannt, im Letzigrund.
Waren ein Ausdruck des Baustreits zwischen der Stadt und Implenia: Einbau der Stützen, auch «Minarette» genannt, im Letzigrund.
Alessandro Della Bella/Keystone

Erfolg für die Stadt Zürich im Stadionstreit mit dem Baukonzern Implenia: Das Obergericht hat entschieden, dass die Stadt keine 20 Millionen Franken nachzahlen muss.

Der Streit dreht sich um knapp 1400 Änderungswünsche, die Mehrkosten von über 20 Millionen Franken beim Bau des Letzigrundstadions 2005 bis 2007 verursachten. Nach Ansicht der Stadt sind alle vertraglich vereinbarten Leistungen bereits bezahlt worden.

Implenia sah Schuld bei der Stadt

Implenia dagegen wollte extra dafür vergütet werden. Dabei stellte sich das Bauunternehmen auf den Standpunkt, dass die meisten Änderungen auf eine fehlerhafte Projektierung seitens der Stadt zurückzuführen seien.

Das Gericht stellte sich nun aber auf die Seite der Stadt, wie aus dem heute Donnerstag veröffentlichten Urteil hervorgeht. Es sei an der Implenia gewesen, die Ausschreibungsunterlagen für den Stadionbau zu prüfen. Fehler und Lücken in diesen Unterlagen berechtigten das Unternehmen nun nicht zu Mehr-Forderungen.

Implenia prüft Weiterzug

Das unterlegene Bauunternehmen Implenia nimmt das Urteil zur Kenntnis, wie es mitteilte. Man werde das Urteil nun analysieren und zu einem späteren Zeitpunkt über das weitere Vorgehen entscheiden. Implenia kann das Urteil des Obergerichtes noch innert 30 Tagen ans Bundesgericht weiterziehen.

Ursprünglich hatte die Implenia von der Stadt 23 Millionen Franken zusätzlich verlangt, weil diese nach Abschluss des 98-Millionen-Vertrags nicht weniger als 1392 nachträgliche Eingaben gemacht hatte. Das Bezirksgericht Zürich anerkannte zwei Eingaben in der Höhe von 340'000 Franken, der Rest falle unter den Pauschalvertrag. Implenia hatte diesen Entscheid im November 2015 ans Obergericht weitergezogen, reduzierte die Forderung aber auf 20 Millionen.

Dach nicht wasserdicht?

Mit dem Streit um die 1400 Änderungswünsche ist es allerdings noch nicht getan: Implenia und die Stadt streiten sich auch noch über zahlreiche Baumängel sowie den Einbau von Stützen (im Volksmund damals auch «Minarette» genannt) wegen feiner Risse in der Dachkonstruktion.

Implenia beurteilte diese Sicherheitsmassnahme der Stadt von Anfang an als unnötig. Der Klageumfang wegen Mängeln und Dachstützen beläuft sich auf insgesamt knapp 14 Millionen Franken.

Eine weitere Klage reichte die Stadt im September 2015 ein, weil Wasser ins Stadiondach gelaufen sein soll. Sie fordert deswegen von Implenia weitere 10 Millionen. Implenia weist die Behauptung, dass das Dach nicht wasserdicht sei, entschieden zurück.

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