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Kultstätte Letzigrund

Kaum ist die Fussball-WM vorbei, ziehen sie wieder ins hiesige Stadion ans Derby. Sie singen und trommeln, leisten Treueschwüre und verfluchen Irrgläubige.

Wer sind die Rechtgläubigen? Wem gehört Zürich wirklich? Am Rand der GC-Fankurve harrt man der Flüche, die von der anderen Seite kommen. Fotos: Reto Oeschger
Wer sind die Rechtgläubigen? Wem gehört Zürich wirklich? Am Rand der GC-Fankurve harrt man der Flüche, die von der anderen Seite kommen. Fotos: Reto Oeschger

Für 99 Prozent aller Zürcher muss es ein Rätsel sein, was das andere 1 Prozent daran findet. Sonst wären sie am Sonntag ebenfalls im Letzigrund gewesen, um sich das Zürcher Derby anzuschauen – nur eine Woche nach dem Ende der emotional auslaugenden Fussball-WM und trotz Sturmwarnungen.

Einen populären Erklärungsansatz findet man seit kurzem sogar im neuen Religionslehrmittel der Volksschule: Fussball sei eine Ersatzreligion. Es geht also ums Ritual. So weit die Ferndiagnose. Wer nun aber denkt, er wisse aufgrund der WM-Übertragungen aus dem Maracanã Bescheid, irrt. Das ist, als würde man die vatikanische Ostermesse am TV verfolgen und behaupten, man wisse nun, wie die Katholiken in der Heilig-Kreuz-Kirche von Altstetten ticken. Um das Ritual im Letzigrund zu begreifen, muss man vor Ort nach Antworten suchen, mit unbefangenem Blick.

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