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Grünes Licht für Provisorium des Zürcher Unispitals

Das Universitätsspital darf im Spitalpark ein Provisorium erstellen. Dies hat das Baurekursgericht entschieden. Der Beschluss der kantonalen Baudirektion sei «denkmalpflegerisch vertretbar».

Die Baugespanne sind bereits aufgestellt.
Die Baugespanne sind bereits aufgestellt.
Pascal Unternährer
Die Granitskulptur «Harfe» von Hans Aeschbacher aus dem Jahr 1953 wird geschickt umschifft.
Die Granitskulptur «Harfe» von Hans Aeschbacher aus dem Jahr 1953 wird geschickt umschifft.
Pascal Unternährer
Das Hauptgebäude ist ebenfalls denkmalgeschützt und wird kaum abgebrochen.
Das Hauptgebäude ist ebenfalls denkmalgeschützt und wird kaum abgebrochen.
Pascal Unternährer
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Das Universitätsspital Zürich (USZ) darf im Spitalpark ein Provisorium erstellen. Das kantonale Baurekursgericht hat grünes Licht gegeben für den geplanten Modulbau. Damit hat es den Entscheid der stadträtlichen Bausektion umgestossen. Der Bau soll dem USZ als Rochadefläche während der Gesamterneuerung dienen.

Die Stadt hatte im vergangenen Oktober die Baubewilligung verweigert, weil der Park denkmalpflegerisch wertvoll und für das Quartier als «grüne Lunge» äusserst wichtig sei. Zudem könne das Provisorium auch an einem alternativen Standort an der Gloriastrasse erstellt werden. Lediglich der Bau einer Technikzentrale wurde bewilligt.

Diesen Entscheid bezeichnete der Regierungsrat als «inakzeptabel» und focht ihn an. Seiner Meinung nach ist ein Alternativstandort nicht möglich, da der Modulbau zwingend in nächster Nähe zu Notfall, Operationssälen, Magnetresonanzzentrum und Helikopterlandeplatz liegen müsse.

Nun hat das Baurekursgericht dem Kanton recht gegeben, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil hervorgeht. Die Rekursinstanz betont die «ungenügende Anbindung» der Gloriastrasse. Dieser Standort komme auch deshalb nicht infrage, weil dort aller Voraussicht nach eine erste Bauetappe der USZ-Gesamterneuerung realisiert werde.

Zwar bezeichnet auch das Gericht den Eingriff in den Spitalpark als «erheblich». Dennoch bleibe er zum grössten Teil während des auf 20 Jahre befristeten Modulbaus uneingeschränkt als Erholungsraum nutzbar. Der wertvolle Baumbestand werde vom Bauvorhaben nicht tangiert.

Laut Urteil ist einzig die kantonale Baudirektion zuständig für die denkmalpflegerische Beurteilung des Eingriffs in den Spitalpark. Wie schon der Kanton stufte auch das Baurekursgericht den Modulbau als «denkmalpflegerisch vertretbar» ein.

Freude beim Kanton - Bedauern bei der Stadt

Der Kanton nehme den Gerichtsentscheid mit Genugtuung zur Kenntnis, heisst es in einer Stellungnahme. Jetzt müsse die Rekursfrist abgewartet werden. Der Kanton sei für Gespräche bereit.

Bedauern äussert dagegen die Stadt Zürich. Sie werde nun die Begründung des Urteils sorgfältig prüfen und dann darüber entscheiden, ob sie den Entscheid ans Verwaltungsgericht weiterziehe, schreibt sie in einer kurzen Mitteilung.

Der fünfstöckige Modulbau soll eine Nutzfläche von knapp 5000 Quadratmeter bieten. Er dient in erster Linie als Ersatz für Gebäudetrakte, die aus Brandschutzgründen bis Ende 2015 geschlossen werden müssen.

Die Bauzeit für den Modulbau beträgt rund zwei Jahre, wie Dominik Bonderer, Sprecher der Baudirektion auf Anfrage sagte. Schon jetzt zeichnet sich also ab, dass die Bauarbeiten nicht bis Ende 2015 fertig werden und Sofortmassnahmen nötig werden. «Wir haben das Problem erkannt», sagte Bonderer.

Modulbau kostet 89 Millionen Franken

Das geplante Gebäude ist auch ein erster Schritt zur Gesamterneuerung des USZ: So soll es während der rund 20-jährigen Bauzeit als Rochadefläche dienen. Darin untergebracht werden unter anderem die Stationen für Leukämiekranke, Intensivstationen für Unfallchirurgie und für Brandverletzte sowie die Station für Blutstammzell-Transplantationen.

Die Kosten für den Modulbau sind auf 89 Millionen Franken veranschlagt. Für die Gesamterneuerung des aus allen Nähten platzenden USZ sind Investitionskosten von 2,84 Milliarden Franken vorgesehen. Dazu kommt ein Sanierungsaufwand von bis zu 750 Millionen Franken.

SDA/mw

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