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Gestohlener Zürcher Cézanne sichergestellt

Nun fehlt nur noch eines der vier gestohlenen Gemälde der Bührle-Sammlung: Das wertvollste Gemälde, «Der Knabe mit der roten Weste» von Paul Cézanne, ist in Belgrad aufgespürt worden.

Die Polizei habe das Gemälde des französischen Malers Paul Cézannes (1839-1906) «Der Knabe mit der roten Weste» am Mittwochabend in Belgrad sichergestellt und drei mutmassliche Täter festgenommen. Das berichteten serbische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die Aktion fand gleichzeitig in Belgrad und Cacak statt. Die Stadt Cacak befindet sich 140 Kilometer südwestlich der serbischen Hauptstadt.

Bei der Verhaftungsaktion waren auch Zürcher Polizisten und ein Staatsanwalt dabei. Dies sagte die Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, Corinne Bouvard, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Nun muss zuerst das Bild identifiziert werden. Darauf können die Behörden in der Schweiz ein Rechtshilfegesuch stellen, um die Rückführung des Bildes zu beantragen, wie es beim Bundesamt für Justiz auf Anfrage hiess. Der zuständige Zürcher Staatsanwalt könne das Ersuchen direkt an Serbien richten.

Lukas Gloor, Direktor der Stiftung Sammlung E.G. Bührle, konnte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda nichts sagen. Er wisse noch nicht, dass das Bild sichergestellt sei. Gloor bezeichnete 2008 Cézannes «Knabe mit der roten Weste» als «Symbolbild der Sammlung».

Zürcher Jahrhundertkunstraub

Das 80 mal 64 Zentimeter grosse Cézanne-Ölgemälde entstand in den Jahren 1888 bis 1890 und war 2008 zusammen mit drei weiteren Kunstwerken gestohlen worden. Der spektakuläre Raubüberfall vom 10. Februar 2008 wurde auch als Zürcher Jahrhundertkunstraub bezeichnet: Drei maskierte und bewaffnete Männer hatten am Sonntagnachmittag die Sammlung E.G. Bührle im Stadtzürcher Kreis 8 überfallen. Der Überfall dauerte gerade einmal drei Minuten.

Zwei der vier Bilder waren rund eine Woche später in einem Fahrzeug auf einem Parkplatz der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich gefunden worden. Die beiden Bilder von Claude Monet «Mohnfeld bei Vétheuil» und Vincent van Gogh «Blühende Kastanienzweige» hatten einen Wert von insgesamt rund 70 Millionen Franken.

Später war der Fall, der europaweit für Aufsehen sorgte, dann auch Thema in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY...ungelöst». Rund zwei Dutzend Hinweise gingen darauf bei der Polizei ein. Die beiden Gemälde von Paul Cézanne und Edgar Degas blieben aber spurlos verschwunden. Nach der Verhaftungsaktion vom Mittwoch fehlt nur noch «Ludovic Lepic und seine Töchter» von Edgar Degas, das 10 Millionen Franken wert ist.

SDA/jak

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