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Eine Nacht für Waghalsige und Romantiker

TA-Redaktorinnen und -Redaktoren haben ganz besondere Tipps für die lange Museumsnacht.

KunsthausFalsche Museumsführer

«Die einzige Verpflichtung die wir der Geschichte gegenüber haben, ist, sie umzuschreiben», bemerkte Oscar Wilde. Das gilt selbstverständlich auch für die Kunstgeschichte. Die lange Nacht der Museen mit viel Publikum ist der ideale Zeitpunkt für einen beliebten Improvisationssport: Museumsführer spielen. Man braucht dazu echten Mut, ein falsches Namensschild, zwei drei Freunde als Startpublikum und los gehts: Man führt seine Gruppe dozierend durch das Kunsthaus – und schon schliessen sich erste Rentner an. Je weniger Ahnung von Kunst man hat, desto besser. Denn das, was man dem Publikum zu erzählen hat, ist besser: das Drama dahinter. Das kann von der Er­findung des Impressionismus durch eine Gruppe kurzsichtiger Franzosen (Cézanne: «Nimm deine Brille ab und sieh!»), über interessante Nebensachen («Max Bill träumte ein Leben lang von einer Geliebten mit quadratischen Brüsten») bis zur Tragik reichen: «Für holländische Meister war es Tradition, ihre Früchtestillleben nach dem Malen zu essen. Hier sehen wir das letzte Gemälde von Cornelis de Heem: Stillleben mit Hummer. Drei Tage nach dem letzten Pinselstrich starb de Heem an Fischvergiftung.» Worauf warten Sie? Zürichs Rentner und Jahrhunderte Kunstgeschichte gehören Ihnen. (cit)

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