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Amtliche Untersuchung gegen Frank Urbaniok gefordert

Der Kanton Zürich soll untersuchen, ob Starpsychiater Frank Urbaniok private und amtliche Geschäfte genügend trennt. Hinter dem Vorwurf steht einer, der selber eine umtriebige Figur ist.

Starpsychiater in der Kritik: Frank Urbaniok.
Starpsychiater in der Kritik: Frank Urbaniok.

Der Chefarzt des Psychiatrisch Psychologischen Dienstes, Frank Urbaniok, steht immer wieder in der Kritik. Einmal richtet sie sich gegen seinen Handlungs- und Therapieansatz, insbesondere sein Risikoanalyse-System Fotres, dann wieder wird kritisiert, dass Urbaniok neben seiner Aufgabe als Chef des Psychiatrisch Psychologischen Dienstes (PPD) auch noch seine private Firma Profecta AG unterhält, welche das Prognoseinstrument Fotres entwickelt und vertreibt – unter anderem auch für den PPD.

Vetternwirtschaft

Nun hat ein gewisser Michael Handel von der Organisation Kinder ohne Rechte beim Zürcher Kantonsrat eine Aufsichtseingabe eingegeben, wie die «Wochenzeitung» (WoZ) in ihrer heutigen Ausgabe berichtet. Darin fordert Handel eine Untersuchung der Tätigkeiten Urbanioks und kritisiert eine «massive Verflechtung zwischen seinen rechtsstaatlichen und privatwirtschaftlichen Tätigkeiten», wie es im Bericht heisst. Urbanioks private Praxis liege an derselben Adresse wie der PPD und das Amt für Justizvollzug, und privatwirtschaftliche Aufträge nehme das Sekretariat des PPD entgegen. Konkret heisst es: «Die Identifizierung des Amts für Justizvollzug mit der Profecta AG geht zwischenzeitlich so weit, dass Fragen an die Firma durch das Amt beantwortet werden.»

Das Amt für Justizvollzug, dem der PPD angegliedert ist, hat den Sachverhalt bestätigt. Auf Nachfrage betont Mediensprecherin Rebecca de Silva aber, dass immer volle Transparenz über Urbanioks private Gutachtertätigkeit geherrscht habe, welche vom Zürcher Amt für Justizvollzug auch ausdrücklich bewilligt worden war. Wie es dazu kommen konnte, dass das Amt für Justizvollzug eine Anfrage an Urbanioks private Firma Profecta beantworten konnte, erklärt de Silva folgendermassen: «Michael Handel hat hat zahlreiche umfassende Fragekataloge an unterschiedlichste Stellen verschickt. Im Sinne eines effizienten Arbeitsablaufs habe ich dann die Beantwortung aller Fragen übernommen. Darunter haben sich auch Fragen befunden, die sich auf die Tätigkeit der Profecta bezogen. Im Sinne einer Serviceleistung habe ich diese gleich mit beantwortet.»

Schillernde Figur

De Silva betont aber, dass inhaltlich keine Verflechtung zwischen Urbanioks Tätigkeit für den PPD und für Profecta besteht. «Das sind ganz unterschiedliche Geschäfte.» Im Übrigen sei es gesetzlich gestützt, dass Chefärzte neben ihren amtlichen Tätigkeiten Gutachten erstellten, wenn auch der Ausweis dieser Tätigkeit unterschiedlich geregelt würde. «Wir haben ein sehr transparentes Modell», sagt de Silva.

Michael Handel ist selber eine umtriebige Figur. Der Vater aus dem Thurgau betreibt eine Website, mit der er sich für mehr Kinder- und Vaterrechte und gegen die «Willkür von Behörden und Gerichten» einsetzen will. Schon vor Jahresfrist tauchte sein Name in den Medien auf, nachdem er auf seiner Seite eine «schwarze Liste» von Richterinnen und Amtspersonen veröffentlicht hatte, die seiner Meinung nach Fehlurteile gefällt hatten. Zwei Richterinnen klagten Handel daraufhin ein und er musste deren Namen von der Liste entfernen.

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