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Wer von Zürichs tiefen Steuern profitiert

Eine Rangliste zeigt: Die Steuerbelastung im Kanton Zürich liegt unter dem landesweiten Durchschnitt – doch zwischen den Einkommensklassen gibt es grosse Unterschiede.

Im Jahr 2015 gab es in 31 der 169 Zürcher Gemeinden eine Steuerfusserhöhung. Zudem wurden die Einkommensgrenzen für die individuelle Prämienverbilligung erhöht. Trotzdem mussten die Zürcherinnen und Zürcher im Mittel deutlich weniger Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern bezahlen als die meisten anderen Schweizer. Dies zeigt der neue Steuerbelastungsmonitor der Finanzdirektion.

Die Einkommensbelastung im Kanton Zürich beträgt 93,9 Prozent des landesweiten Durchschnitts (100 Prozent). Das ist leicht mehr als im Vorjahr (92,8 Prozent), ändert aber nichts an der guten Rangierung im kantonalen Vergleich. Zürich festigt den 10. Platz, den es seit 2013 inne hat.

Angeführt wird die Wertung mit grossem Abstand vom Steuerparadies Zug, gefolgt von Genf und Schwyz, welche die Ränge getauscht haben, weil im Kanton Schwyz sowohl der Kantonssteuerfuss als auch der Gemeindesteuerfuss des Hauptortes angehoben wurden. St.Gallen (-1 Platz), Obwalden (-3), Waadt (-1) und das neue Schlusslicht Solothurn (-1) haben sich verschlechtert, während Aargau (+2), Wallis (+3) und Neuenburg (+1) Plätze gutgemacht haben. In all diesen Kantonen zahlen die Einwohner mehr Steuern als in Zürich.

Nicht alle Zürcherinnen und Zürcher profitieren jedoch gleichermassen von der verhältnismässig tiefen Belastung, wie der Vergleich von Personen mit unterschiedlichem Familienstand und verschiedenen Einkommensklassen zeigt.

Freuen kann sich der Mittelstand. Bei Bruttoarbeitseinkommen von 60'000 bis 200'000 Franken ist Zürich in fast allen Fällen im vorderen Drittel der Kantonsrangliste platziert: bei den Ledigen an 3. bis 7., bei den Verheirateten ohne Kinder an 4. bis 7. sowie bei Verheirateten mit zwei Kindern an 4. bis 12. Stelle.

Klar am besten fahren Personen mit einem jährlichen Einkommen von 100'000 Franken. Verheiratete mit zwei Kindern und diesem Verdienst müssen im Kanton Zürich im Mittel 4,7 Prozent versteuern. Zum Vergleich: Im Aargau sind es knapp 6 und in Neuenburg sogar mehr als 9,5 Prozent.

Ganz anders sieht es bei den sehr tiefen Einkommen aus. Nur Ledige kommen hier relativ gut weg. Verheiratete jedoch – ob mit oder ohne Kinder – werden in Zürich stärker belastet als in einer Mehrheit der anderen Kantone, wenn sie nur 30'000 Franken verdienen. Hier wirkt sich aus, dass die Steuerpflicht im Kanton Zürich im nationalen Vergleich schon bei relativ bescheidenen Einkommen einsetzt. Ungünstig ist Zürich auch für die sehr hohen Einkommen von 1 Million Franken – unabhängig vom Familienstand. Im Vergleich zu den meisten Kantonen ist die Steuerprogression hoch und hält lange an.

Vergleicht man die Zürcher Gemeinden, ist die Steuerbelastung in fast allen Einkommensklassen in Hirzel, Hütten, Maschwanden, Oberstammheim, Ossingen, Truttikon, Unterstammheim und Waltalingen am höchsten. Die tiefste Steuerbelastung für Ledige, Verheiratete ohne und Verheiratete mit Kindern weist über fast alle Einkommensklassen Küsnacht auf.

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