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Neue Wendung im Streit um Stefaninis Erbe

Die Tochter von Bruno Stefanini hat publik gemacht, dass der Immobilienkönig nicht mehr urteilsfähig ist. Die Vollmacht seiner Sekretärin müsse überprüft werden.

Sie müsste ihrer Ansicht nach «längst im Stiftungsrat sitzen»: Bettina Stefanini in einer Ausstellung der Kunstsammlung ihres Vaters. Bild: Vera Markus
Sie müsste ihrer Ansicht nach «längst im Stiftungsrat sitzen»: Bettina Stefanini in einer Ausstellung der Kunstsammlung ihres Vaters. Bild: Vera Markus

Im Zentrum des Machtkampfs um die Kunststiftung des schwerreichen Winterthurers Bruno Stefanini steht die Änderung der Stiftungsurkunde. Die aktuellen Stiftungsräte möchten jenen Absatz ändern, der den Stifter oder dessen Kinder ermächtigt, die Mitglieder des Stiftungsrats zu wählen – sie beabsichtigen also eine Entmachtung der Familie Stefanini.

Eine entsprechende Änderung müsste die Eidgenössische Stiftungsaufsicht bewilligen. Diese hat jedoch noch nicht entschieden. Anfang Woche bot sie an, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Laut Bruno Stefaninis Tochter Bettina haben diese bis am 30. September Zeit, das Angebot anzunehmen oder abzulehnen.

Was die Erwachsenenschutzbehörde sagt

Bis die Stiftungsaufsicht ihre Entscheidung getroffen hat, gilt die ursprüngliche Urkunde. Wie Bettina Stefanini heute mitteilte, müsste sie somit «längst im Stiftungsrat sitzen». Die Begründung: Bruno Stefanini sei seit Anfang 2013 gesundheitlich schwer angeschlagen. Momentan befinde er sich gar im Spital.

In einem Schreiben der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), welches heute bei den Parteien eingetroffen sei, heisse es: «Herr Stefanini ist nicht mehr in der Lage, seine Angelegenheiten in den Bereichen Wohnen, Gesundheit, administrative Angelegenheiten sowie Einkommens- und Vermögensverwaltung vollumfänglich zu besorgen». Somit sei ein Schutzbedürfnis gegeben.

Wahrt die Sekretärin seine Interessen?

Gemäss Mitteilung von Bettina Stefanini schlägt die KESB zudem vor, die Generalvollmacht zu überprüfen, die Bruno Stefanini seiner langjährigen Sekretärin und Stiftungsrätin im Jahr 2007 ausgestellt habe. Insbesondere soll angeschaut werden, ob Stefaninis Interessen «wirklich ausreichend gewahrt werden».

Ausser dem KESB-Schreiben bringt Bettina Stefanini auch noch eine E-Mail sowie ein SMS ins Spiel, um darzulegen, dass der Stiftungsrat gegen sie arbeite. Rechtlich würdigen dürfte dies wohl die Justiz. Bettina Stefanini hat vor rund zwei Wochen gegen vier der sechs Stiftungsräte Strafanzeige eingereicht. Ermittelt wird, ob diese sich der Sachbeschädigung, Veruntreuung, ungetreuen Geschäftsbesorgung und Falschbeurkundung schuldig gemacht haben.

SDA/hub

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