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Bruno Stefanini nicht urteilsfähig

Der Immobilienkönig von Winterthur könnte einen Beistand erhalten.

Bruno Stefanini im Lieferwagen am Bodensee.
Bruno Stefanini im Lieferwagen am Bodensee.
Oskar Urs Keller/2014 ProLitteris, Zürich
Kunstsammler Stefanini im Park des Schlosses Luxburg in Egnach TG.
Kunstsammler Stefanini im Park des Schlosses Luxburg in Egnach TG.
Oskar Urs Keller/2014 ProLitteris, Zürich
Dora Bösiger, die Sekretärin und Vertraute von Kunstsammler Bruno Stefanini.
Dora Bösiger, die Sekretärin und Vertraute von Kunstsammler Bruno Stefanini.
Oskar Urs Keller/2014 ProLitteris, Zürich
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Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) nahm am 18. März einen Augenschein in den Räumlichkeiten des über 90-jährigen Bruno Stefanini und führte ein Gespräch mit ihm. Dabei zeigte sich, dass er nicht mehr in der Lage sei, seine Angelegenheiten «vollumfänglich zu besorgen», weshalb ein Schutzbedürfnis bejaht werden müsse. Diesen Befund teilten die Kinder von Stefanini gestern an einer Medienkonferenz mit. Bettina Stefanini hatte bereits vor geraumer Zeit bei der KESB die Abklärung verlangt. In den Fokus gerät damit auch Stefaninis langjährige Vertraute Dora Bösiger, die seit 2007 eine Generalvollmacht des Unternehmers besitzt. Im Auftrag des KESB wird ein Anwalt abklären, ob die Interessen von Stefanini durch diese Generalvollmacht «wirklich ausreichend gewahrt werden». Stefanini liegt derzeit im Spital.

Die Differenzen zwischen der Familie und dem Stiftungsrat unter dem Präsidium von Umit Stamm scheinen weiterhin unüberbrückbar zu sein. «Der Stiftungsrat ist weder käuflich noch lässt er sich unter Druck setzen», hiess es gestern auf der Website der Stefanini-Stiftung. Der Stiftungsrat reagierte damit auf ein Angebot von Bettina Stefanini vom 1. September. Laut Stefanini und ihrem Anwalt Jack Würgler sollten Umit Stamm 1 Million Franken und Markus Brunner 3 Millionen erhalten, falls sie den Stiftungsrat räumen und ihre Anstellungen und Verwaltungsratsmandate bei den Stefanini-Unternehmen niederlegen. Laut Würgler wolle man damit lange und kostspielige Auseinandersetzungen vermeiden. Auch Dora Bösiger wurden offenbar mehrere Millionen in Aussicht gestellt. Man habe das «unmoralische» Angebot umgehend zurückgewiesen, hiess es auf der Website der Stiftung weiter.

Der eigentliche Streitpunkt

Der Stiftungsrat hält auch am eigentlichen Zankapfel fest: der Statutenänderung, mit der die automatische Einsitznahme der Stefanini-Kinder verunmöglicht würde. Über die Änderung muss die Eidgenössische Stiftungsaufsicht befinden. Von der Aufsicht liegt das Angebot vor, zwischen den Streitparteien zu vermitteln. Es gilt noch bis 30. September. Bettina Stefanini möchte den Stiftungsrat ganz neu zusammensetzen und Sachverständige für Kunst, Kultur, Recht und Liegenschaften hineinholen. Für Letzteres konnte sie Dieter Jenny gewinnen, den Verwaltungsratspräsidenten der Verit-Liegenschaften. Jenny ist mit Bruno Stefanini befreundet.

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