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Affen-Grossmutter raubt ihren Enkel

Das 10-jährige Orang-Utan-Weibchen Cahaya hat ein Männchen geboren. Der erste Lebenstag des Jungen im Zürcher Zoo war dramatisch.

Die Mutterliebe liess auf sich warten: Cahaya mit ihrem Sohn Malou.
Die Mutterliebe liess auf sich warten: Cahaya mit ihrem Sohn Malou.
Zoo Zürich

Die Familie der Sumatra-Orang-Utans im Zürcher Zoo hat Nachwuchs erhalten. Als die Tierpfleger eintrafen, lag das neugeborene Männchen aber in den «falschen» Händen, wie der Zoo Zürich mitteilt. «Wir hatten eine Geburt bei Cahaya erwartet, aber Timor, ihre Mutter, hielt das Junge im Arm.»

Timor, eine erfahrene Mutter, brachte im vergangenen Oktober ein totes Äffchen zur Welt. Laut dem Zürcher Zoo ist unklar, ob die Grossmutter das Junge ihrer Tochter weggenommen hat oder ob diese sich anfänglich nicht um ihren Sohn kümmerte. «Wir wollten aber verhindern, dass Cahaya nicht die Chance bekommt, sich selber um ihr Junges zu kümmern», heisst es in der Mitteilung des Tierparks. Der Tierarzt habe deshalb beide Affenweibchen narkotisiert und den neugeborenen Malou seiner leiblichen Mutter auf die Brust gelegt.

Mutter erbarmt sich

Als Cahaya erwachte, wollte sie erst nichts von ihrem Sohn wissen. Sein Rufen blieb aber nicht wirkungslos. Im Laufe des Nachmittags nahm die junge Mutter ihren Sohn schliesslich zu sich. Abgetrennt von den anderen Orang-Utans konnte Cahaya in aller Ruhe ihre ersten praktischen Erfahrungen in der Jungenbetreuung machen.

Ganz sicher, dass das Junge auch wirklich trank, seien die Wärter erst am Sonntag gewesen. Am Mittwoch suchte Cahaya schliesslich wieder den Kontakt zu ihren Artgenossen. Noch haben sie die Verantwortlichen aber nicht zurück in die Gruppe gelassen, mit einigen Artgenossen hat das Affenweibchen inzwischen aber wieder Kontakt. «Mit ihrer Mutter Timor werden wir sie noch nicht wieder zusammen lassen, da warten wir noch etwas, bis sich die Mutter-Kind-Beziehung gefestigt hat», schreibt der Zoo.

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