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Zwei Ebenen für die Flugpassagiere

In einer Woche wird das neue Dock B am Flughafen eröffnet. Die Betreiber versprechen einen stressärmeren Aufenthalt. Auch weil nun Passagiere aus dem Schengen-Raum unter sich bleiben.

Von Heinz Zürcher Kloten &endash An der gestrigen Einweihungsfeier stand das umgebaute Dock B ganz den 400 geladenen Gästen zur Verfügung. Der Belastungstest steht dem Flughafen erst noch bevor: Am 1. Dezember werden erstmals Passagiere die zentrale Sicherheitskontrolle passieren und das umgebaute Dock B benutzen. Für Besucher öffnet die neue Zuschauerterrasse ihre Türen. Mehr Vergnügen, mehr Komfort und weniger Stress garantiert der Flughafen seinen Kunden. Der Umbau soll das Warten an den Kontrollen verkürzen und die Zeit für Verpflegung und Einkäufe verlängern. Bei der gestrigen Besichtigung warteten hinter der neuen Sicherheitskontrolle schon gefüllte Regale mit zollfreien Spirituosen und Tabakwaren auf Kundschaft. Auch das Dock B ist mit neuen Läden und Restaurants eingerichtet. Bis zum Gate muss sich der Passagier keiner weiteren Kontrolle mehr unterziehen. Er kann somit besser kalkulieren, wie viel Zeit ihm noch zur Verfügung steht. Reist er in ein Schengen-Land, wird er auch Pass oder Identitätskarte in der Tasche lassen können. Das neue Dock B und das Kontrollgebäude mit seinen 26 Kontrollstellen erlauben eine flexible Abfertigung von Schengen- und Nicht-Schengen-Flügen auf zwei Ebenen. Ist dort eine Maschine mit Reiseziel Berlin angedockt, steigt der Passagier von der oberen Schengen-Ebene zu. Reist er in ein Nicht-Schengen-Land wie etwa Brasilien, gelangt er dagegen zur Passkontrolle, um dann von der unteren Gebäudeebene das Flugzeug zu besteigen. Zu kompliziert für Regierungsrat Das neue Konzept war eine Herausforderung für die Planer, die sich mit den Passagierströmen befassen mussten. «Setzt man sich mit diesen Abläufen detailliert auseinander, beginnt einem der Kopf zu rauchen», sagte Regierungsrat Ernst Stocker, der als Vertreter des Kantons im Verwaltungsrat der Flughafen Zürich AG sitzt. «Massgebend ist nicht die Nationalität, sondern woher ich ankomme und wohin ich fliege», erklärte Flughafensprecher Marc Rauch. Die Passagiere braucht dies nicht zu kümmern. Sie müssen nur den Schildern folgen, die zu ihrem jeweiligen Gate führen. Dort sind alle Schalter mit Self-Boarding-Schleusen ausgerüstet, was wiederum das Einsteigen verkürzt und vereinfacht. Etwas mehr Zeit sollten nur jene Vielflieger einplanen, die jeweils kurz vor Abflug am Airport ankommen und nun neue Durchgänge und Wege vorfinden. «In den ersten Tagen werden wir Personal aufbieten, das bei der Orientierung helfen wird», sagte Rauch. Vor Eröffnung ein letzter Test Wenige Tage vor der Eröffnung ist geplant, Testpersonen in die neuen Gebäudeteile zu lassen. Aufgrund von Rückmeldungen sollen letzte Verbesserungen vorgenommen werden. Ein spezieller Tag dürfte der 1. Dezember für die Mitarbeitenden werden. Sie müssen sich an neue Abläufe und Wege gewöhnen und sind dafür zuständig, die richtigen Türen und Schleusen zu öffnen, damit sich Schengen- und Nicht-Schengen-Passagiere nicht mischen. Die Angestellten seien dafür ausführlich geschult worden, sagte Marc Rauch. «Aber sie werden anfangs wohl noch etwas Übung brauchen.» Ein Grund für den Umbau des Docks B sind die steigenden Passagierzahlen. Nötig wurde die Investition jedoch vor allem durch den Beitritt der Schweiz in den Schengen-Raum im Dezember 2008. Innerhalb dieses Raums sind keine Passkontrollen mehr erforderlich. Im Gegensatz zu vielen ausländischen Flug- häfen, wo der Inlandverkehr auch grösser ist als in der Schweiz, musste Zürich die dafür nötige Infrastruktur erst schaffen. Vor 18 Monaten begann der Flughafen mit dem Umbau des 1974 erstellten Docks B. Mit der Neueröffnung schliesst die Flughafenbetreiberin das Projekt Zürich 2010 ab. Es beinhaltete auch den Bau des zentralen Sicherheitskontrollgebäudes, Sanierungen auf dem Vorfeld, einen Rollweg und Anpassungen an der bestehenden Infrastruktur. Die Kosten von 430 Millionen Franken bezahlte die Flughafen Zürich AG mit eigenen Mitteln. (hz) Wie ein UFO hängt «Cloud Prototype No. 6» von Inigo Manglano-Ovalle im neuen Dock B. Foto: Alessandro Della Bella (Keystone)

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