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Zumiker Schule sucht mit ungewöhnlichem Inserat Lehrer

Die Angestellten posieren auf einem Kletterturm auf dem Pausenplatz und hoffen, eine offene Stelle doch noch besetzen zu können.

Von Dennis Bühler Zumikon – Für einmal nehmen die Lehrer und Lehrerinnen den Schulhof in Beschlag. Siebzehn Lehrpersonen umgarnen den Kletterturm auf dem Pausenplatz des Schulhauses Juch in Zumikon, lachend blicken sie in die Kamera. Zuvorderst kniet Birgit Höntzsch, die Schulleiterin. Auch ihre Mimik verbreitet Zuversicht. Das fröhliche Bild aber hat einen ernsten Hintergrund: In der Primarschule Juch fehlt für das kommende Schuljahr eine Lehrperson für die Mittelstufe. Mit dem Bild, auf dem sich ein lockeres, kollegiales Lehrerteam präsentiert, wirbt Zumikon in einem Inserat, das kürzlich in der Pendlerzeitung «20 Minuten» erschienen ist. Schule in Maur war Vorbild «Diese Aktion ist unser letzter Hilfeschrei», erklärt Höntzsch. Auf die Idee für das Inserat gebracht habe sie die Schule Maur, die in den letzten Tagen mit einem von Schülern gezeichneten Stellenangebot geworben hat. Die Nachbargemeinde von Zumikon war erfolgreich: Dank des Inserats und des ausgelösten grossen Medienechos konnten Lehrerinnen für beide noch offenen Stellen gefunden werden. Zahlreiche qualifizierte Lehrkräfte hätten sich auf die innovative Annonce gemeldet, sagt Roberto Gardin, Geschäftsführer der Maurmer Schule. Letztlich hätten die Zürcher Oberländer gar die Qual der Wahl gehabt, freut er sich. Von solchen Entscheidungsschwierigkeiten kann Birgit Höntzsch momentan nur träumen. Sie arbeite zwar erst seit zwei Jahren in Zumikon, sagt sie. Im Schulgeschäft sei sie jedoch schon sehr lange. «Vergleichbare Zustände habe ich aber noch nie erlebt.» Nicht nur in Zumikon, sondern im ganzen Kanton Zürich herrscht nämlich akuter Lehrermangel: Noch fehlen rund 200 Lehrkräfte – Ende Woche aber beginnen bereits die Sommerferien. Sicher keine verlängerten Ferien Die noch offene Stelle bereitet Birgit Höntzsch grosse Schwierigkeiten. Solange keine Lehrperson gefunden ist, können den Schülern nämlich keine detaillierten Stundenpläne fürs kommende Schuljahr verschickt werden. Zwar wüssten diese schon, zu welcher Zeit sie in den Unterricht zu erscheinen hätten und wann dieser ende – nicht aber, wann welches Fach gelehrt werde. Vieles hänge davon ab, ob die sich bewerbenden Lehrkräfte 60, 80 oder 100 Prozent arbeiten möchten. «Wir sind froh um jede Bewerbung, egal für welches Pensum», sagt Höntzsch. Kann bis in sechs Wochen, dem Ende der Ferien, keine Lehrperson gefunden werden, fällt die Schule aber nicht einfach aus. Sie habe ein Notfallkonzept in der Hinterhand, das auf dem bestehenden Lehrerteam aufbaue, versichert die Zumiker Schulleiterin. Verlängerte Schulferien wird es also trotz aller Widrigkeiten auf keinen Fall geben.

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