Zum Hauptinhalt springen

Zug-Fahrgast wird freigesprochen

Wie gestern bekannt wurde, hat das Obergericht Zürich einen 25-jährigen Tamilen vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Beamte freigesprochen und ihn für seine anwaltlichen Aufwendungen mit 12 000 Franken entschädigt. Das Obergericht hat damit einen erstinstanzlichen Schuldspruch des Bezirksgerichts Horgen aufgehoben. Ebenso die Strafe von 240 Stunden gemeinnütziger Arbeit auf Bewährung. Gemäss Schuldspruch musste sich der Tamile am 6. Oktober 2007 im Nachtzug von Zürich nach Wädenswil einer Billettkontrolle unterziehen. Obwohl er über einen gültigen Fahrschein verfügte, bekam er mit einem Zugbegleiter Streit. Laut Anklage rastete er völlig aus. Er bespuckte den SBB-Beamten und ging auf Passagiere los. Die zwei Zugbegleiter wollten den Renitenten beim Halt im Bahnhof Thalwil aus dem Zug entfernen. Dabei riss der Beschuldigte einem der Beamten die Brille vom Kopf. Dem zweiten schlug er gegen das Kinn. Erst dann gelang es, den Beschuldigten nach draussen zu befördern. Im Berufungsprozess beteuerte der Beschuldigte seine Unschuld und stellte sich als Opfer dar. So habe der erste Kontrolleur sein gültiges Ticket an sich genommen und sich entfernt. Dann seien mehrere Personen über ihn hergefallen. Der Verteidiger sprach von Notwehr und erreichte einen Freispruch. Eine schriftliche Begründung für die neue Beurteilung durch das Obergericht liegt noch nicht vor. Die II. Strafkammer hat dem Beschuldigten aber Glauben geschenkt. (ait)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch