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Zu Unrecht zum Pädo gemacht

Weil er im Scheidungskrieg seinem Schwiegervater sexuelle Übergriffe vorwarf, muss ein Mann bezahlen.

Von Christian Dietz-Saluz Meilen – Ein 39-jähriger Spanier muss wegen übler Nachrede rund 17 000 Franken zahlen. Das Bezirksgericht Meilen hat ihn verurteilt, weil er seinen Schwiegervater pädophiler Handlungen an seiner Tochter bezichtigte. Hintergrund war ein Scheidungsverfahren und die Absicht des Angeklagten, mit den Vorwürfen bessere Karten im Streit um das Sorgerecht seines Kindes zu bekommen. Diese «Taktik» war ein Eigentor, wie das schriftlich eröffnete Urteil des Bezirksgerichts Meilen zeigt. Die Verhandlung über den Fall hat bereits Anfang Monat stattgefunden (TA vom 3. 5.). Konkret beschuldigte der Spanier seinen 68-jährigen Schweizer Schwiegervater, die Enkelin müsse bei ihm im Bett schlafen. Auch habe er über 6000 Fotos des nackten Kindes beim Wickeln und Baden gemacht und er habe sich wahrscheinlich in früheren Jahren auch an seiner eigenen Tochter vergangen, der nunmehrigen Ehefrau des Angeklagten. Immer dieselben Vorwürfe Trotz mehrfacher Aussprachen und Schlichtungsversuche machte der Beschuldigte gegenüber Drittpersonen immer wieder dieselben Pädophilievorwürfe. Dann klagte ihn der Schwiegervater an. Der Verhandlung blieb der Angeklagte fern. Die Anwältin des Schwiegervaters hatte unter anderem mit dem widersprüchlichen Verhalten des Schwiegersohns argumentiert: Ein Vater, der sich wegen pädophiler Übergriffe Sorgen mache, hätte bereits vor dem Sorgerechtsstreit alles daran gesetzt, seine Tochter davor zu schützen. Das Gericht verurteilte den Mann wegen übler Nachrede zu 90 Tagessätzen zu 10 Franken, bedingt auf zwei Jahre Bewährung. Von der ebenfalls angeklagten Verleumdung sprach ihn das Gericht frei. Hingegen muss der Angeklagte die Gerichts- und Ermittlungskosten tragen, rund 8500 Franken. Ausserdem muss er seinem Schwiegervater eine Prozessentschädigung von 8000 Franken zahlen sowie ihm die Gebühren für die Weisung des Friedensrichters ersetzen.

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