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Wohnungen statt Hotelzimmer im Wildenmann

Entgegen allen Ankündigungen wird der Hotelbetrieb in Männedorf nicht wieder aufgenommen. Stattdessen entstehen Privatwohnungen – zu normalen Preisen, wie der Inhaber versichert.

Von Petra Schanz Männedorf – Seit bald einem Jahr ist das Restaurant Wildenmann in Männedorf geschlossen. Die Bar und das Hotel empfingen noch etwas länger Gäste, doch Ende März letzten Jahres war auch damit Schluss. Damals hatte Miteigentümer Frank Russek noch gesagt, man sei kurz vor Vertragsabschluss mit einem neuen Pächter. Zwei Monate später war der Interessent wieder abgesprungen. Russek beteuerte damals, dass der gesamte Betrieb, also Hotel, Restaurant und Bar, weitergeführt werde. Nun sieht es anders aus. Russek hat bei der Gemeinde ein Baugesuch eingereicht, aus dem hervorgeht, dass er das Hotel und den Restaurant-Saal im ersten Stock zu Wohnzwecken umnutzen will. Aus den neun ehemaligen Hotelzimmern soll es eine 3½- und zwei 2½-Zimmer-Wohnungen geben, aus dem Speisesaal zwei 3½-Zimmer-Wohnungen mit Seeblick. Russek sagt, dass es sich nicht um luxuriöse Wohnungen handeln werde; die Preise sollen sich demnach im normalen Rahmen halten. Der Fall scheint in Männedorf also anders gelagert als vor fünf Jahren in Küsnacht. Nachdem dort das Nobelhotel Ermitage am See die Tore für immer geschlossen hatte, wurde es abgerissen, um einer Luxusresidenz im obersten Preissegment Platz zu machen. Das Restaurant bleibt Anders als das Hotel Wildenmann soll das Restaurant im Erdgeschoss als solches weitergeführt werden. Teil des Baugesuches ist eine Pergola, welche die Terrasse vor dem Restaurant grossflächiger überdacht als bisher. «Diesen Wunsch haben schon diverse Wirte geäussert», sagt Russek. Auf diese Weise seien die Gäste vor Sonne und Hitze geschützt. Ausserdem sei es auch für die geplanten Wohnungen oberhalb des Restaurants ein Vorteil, weil die Pergola vor Lärm schütze. Einen Pächter für das Restaurant hat Russek noch nicht gefunden. «Wir sind in Verhandlungen», sagt er. Es schwebt ihm kein bestimmtes Konzept für das Lokal vor. Für den gesamten Betrieb inklusive Hotel habe sich aber definitiv niemand finden lassen. Die Grösse sei nicht ideal, sagt der Männedörfler. Mit seinen neun Zimmern ist das Hotel relativ klein, das Restaurant mit dem Saal ziemlich gross. Nun habe man sich dem Markt anpassen müssen und sich deshalb für die Umnutzung entschieden. Das entsprechende Baugesuch kann bis zum 25. Februar auf dem Bauamt der Gemeinde Männedorf eingesehen werden. Innert dieser Frist ist auch der Baurechtsentscheid zu verlangen. Dieser berechtigt später dazu, einen Rekurs einzureichen. Jahrhundertealte Tradition Das Hotel-Restaurant Wildenmann gehört zu den ältesten Gastrobetrieben am rechten Zürichseeufer. Seit 1603 wird an diesem Ort gewirtet. Ende 1994 brannte das Gebäude samt angrenzendem Kino bis auf die Grundmauern nieder. Die Polizei vermutete Brandstiftung, der Täter konnte jedoch nie gefasst werden. Die Gemeinde Männedorf verkaufte daraufhin die Brandruine an ein Konsortium örtlicher Gewerbetreibender, die eine neue Gesamtüberbauung realisierten. 1998 kaufte der Hobbykoch Urs Wolfensberger das neue Hotel-Restaurant Wildenmann. Sechs Jahre hielt Wolfensberger durch, dann ging seine Firma in Konkurs. Richtig Erfolg hatte niemand 2005 übernahmen der Männedörfler Galerist Frank Russek und der Uetiker Urs Frech den Wildenmann und setzten die Klotener Gaho Betriebs AG als Pächterin mit einem Fünfjahresvertrag ein. Zwei Jahre lang wirtete Elisabeth Schwitter im Wildenmann, dann folgte der Spanier José Barrasa, der das Lokal mit Tapas wieder in Schwung bringen wollte. So richtig Erfolg hatten beide nicht. Der Vertrag mit der Gaho wurde nicht verlängert.

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