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Wohnen am Rand der Industrie

In der Bruggeten liegt die letzte grosse Landreserve in Samstagern. Die Allmendkorporation plant dort auf 57 000 Quadratmetern Industrie und Wohnungen.

Von Elio Stamm Samstagern – Zwischen dem Wohngebiet beim Bahnhof Samstagern und den Industriebauten an der Weberrütistrasse liegt eine unscheinbare Wiese. Sie bildet eine natürliche Grenze zwischen den beiden Nutzformen. Baurechtlich gesehen liegt die Wiese aber in der Industrie- und Gewerbezone Bruggeten. Nutzt man deren Möglichkeiten voll aus, könnte man die gesamte Grünfläche dicht mit «stark störenden» Betrieben besiedeln, wie es in der Fachsprache heisst. Die Lebensqualität der angrenzenden Häuser wäre stark eingeschränkt. Nun will die Landbesitzerin, die Allmendkorporation Richterswil, die zukünftige Entwicklung des 57 000 Quadratmeter grossen Areals neu regeln. Weil die Bruggeten im Richtplan ein Arbeitsplatzgebiet von regionaler Bedeutung ist, musste die Allmendkorporation dafür einen privaten Gestaltungsplan erarbeiten. Sie hat dies mit der Gemeinde zusammen getan. Am 9. Juni befindet die Gemeindeversammlung Richterswil über den Gestaltungsplan. Eine Grünanlage als Puffer Der Gestaltungsplan löst den Nutzungskonflikt zwischen Industrie- und Wohnzone, indem er einen Puffer schafft – eine Grünanlage mit Baumdach, die nicht überbaut werden darf. Diese macht rund 20 Prozent des Areals aus. Östlich davon ist neue Industrie vorgesehen, die aber wegen der Freihaltezone den Wohnbereich nicht stören sollte. Urs Baumann, Präsident der Allmendkorporation, rechnet damit, dass sich ziemlich rasch nach der Festsetzung des Gestaltungsplans neue Betriebe ansiedeln. Für den nördlichen Teil des Areals, der an eine bereits bestehende Wohnüberbauung grenzt, ist eine Mischnutzung geplant. Das heisst, es sollen nicht, wie in der heutigen Zonenordnung vorgesehen, nur Gewerbegebäude, sondern vor allem Wohnbauten entstehen. Bis zu 300 neue Bewohner könnten dort dereinst wohnen. Laut Urs Baumann sei aber im Wohnbereich der Bruggeten in den nächsten Jahren nicht mit einer Überbauung zu rechnen. «Momentan hat Samstagern mit der neuen Zentrumsüberbauung Drei Eichen genug neuen Wohnraum.» Für die weitere Siedlungsentwicklung sei es aber sinnvoll, Wohnreserven zu haben.Finanziell bedeute der Gestaltungsplan «ein Nullsummenspiel für die Allmendkorporation», sagt Baumann. Den Verlust durch die geringere Ausnutzung des Industriebereichs machen die künftig höheren Einnahmen im Wohnbereich wieder wett. «Die Gemeinde gewinnt dafür ein zukunftstaugliches Überbauungskonzept», sagt Baumann. Dieser Meinung ist auch Gemeindepräsident Hans Jörg Huber (FDP). Er spricht von einer Win-win-Situation und ist zuversichtlich, dass der Gestaltungsplan an der Gemeindeversammlung durchkommt. Während der Auflage der Pläne ging keine einzige Einwendung ein.

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