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Wie Wallisellen vom Bauerndorf zur Boomtown wurde

Wallisellen einst und jetzt: Ein Buch und eine Ausstellung widmen sich der Entwicklung des Dorfes zur städtisch ausgerichteten Agglomeration.

Von Christian Wüthrich Wallisellen – Es war einmal ein kleines Dorf namens Wallisellen. Heute ist daraus einer der boomendsten Orte im Unterland geworden. Hier werden Milliarden investiert, es entstehen neue Wohn- und Arbeitsquartiere im grossen Stil, neue Verkehrsmittel erschliessen den Ort und ziehen immer mehr Menschen an. Der jüngste Entwicklungsschub ist allerdings nicht der erste. Die Nähe zur grössten Schweizer Stadt und der erste Bahnbau lösten in Wallisellen schon Mitte des vorletzten Jahrhunderts eine intensive Siedlungstätigkeit aus. Nur wer genau hinschaut, findet heute noch Spuren aus der Zeit, als in Wallisellen noch Pferdewagen fuhren und die Landwirtschaft dominierte. Als Wallisellens Bahnhof noch weit ausserhalb des Dorfes stand. Als es vor dem Restaurant Doktorhaus noch keinen Kreisel gab und das Doktorhaus noch Gasthaus Linde hiess. Neues Buch vom Dorfchronisten Einer, der die Zeitzeugen kennt und genau hinschaut, ist Albert Grimm, der ehemalige Lehrer und Dorfchronist von Wallisellen. Seit letztem Sommer hat er die vierte Nummer einer historischen Publikationsreihe «Wallisellen einst und jetzt» zusammengestellt. Als Herausgeber liess der örtliche Verkehrs- und Verschönerungsverein das 50-seitige Buch gratis in sämtliche Walliseller Haushalte verteilen. Da erstmals professionell gelayoutet und vollständig farbig auf hochwertiges Papier gedruckt wurde, fielen die Gesamtkosten mit rund 40 000 Franken massiv höher aus als bei den ersten drei Publikationen. Dank grosszügiger Unterstützung der Gemeinde sowie verschiedener Sponsoren konnte das Werk trotzdem erscheinen. «Am meisten Aufwand gaben die Bilder und Illustrationen», sagt Grimm. Seit 2007 hat er recherchiert und etliche Stellen deswegen angefragt. Das Resultat lässt sich sehen. Ein Bahnhof im Niemandsland So ist der erste Plan des Bahnhofes aus dem Jahre 1855 abgebildet. Ausser zwei Restaurants und ein paar Scheunen ist darauf weit und breit nichts von Wallisellen zu sehen. Der alte Dorfkern befand sich nämlich an der heutigen Opfikonerstrasse, rund 500 Meter vom Bahnhof entfernt. Nicht einmal eine Strasse gab es damals zwischen Dorfkern und Bahnstation, weil sich die Bewohner zu Beginn des Eisenbahnzeitalters standhaft weigerten, eine solche zu bauen. Inzwischen wird gebaut, was die Betonmischer hergeben. Beispielsweise das kilometerlange Viadukt der neuen Glattalbahn, die der Gemeinde einen erneuten Wachstumsschub verleiht. An dieser Stelle wiederholt sich die Geschichte. Fast wie damals, als die allererste Bahnlinie gebaut wurde, brachte auch der neuerliche Bahnbau viel Schwung ins Dorf, welches nun endgültig zur Stadt wird. Sonderausstellung: «Vom Dorf zur Stadt», Ortsmuseum Wallisellen, Riedenerstrasse 75. Eröffnung: So., 6. März, 14 Uhr. Die Ausstellung ist jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet und dauert bis Ende Jahr.

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