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Wer wie viel verteilt

Fördergeld-Vergabe Kulturförderung ist ein Reizthema. Es brodelt unter den Künstlern, und die öffentliche Hand will sich neu aufstellen. Kulturleitbilder werden diskutiert, in der Stadt Zürich überdenkt man die Fördermechanismen genauso wie beim Bund. Heute Mittwoch legt das Bundesamt für Kultur (BAK) die modifizierte Kulturbotschaft dem Bundesrat zur Verabschiedung vor. Aber wie sieht die Kulturförderung zurzeit aus? 96 Millionen Franken hat etwa die Stadt Zürich 2009 für Kultur netto ausgegeben (Bruttoausgaben samt Lastenausgleichszahlungen von Kanton und Gemeinden: 156 Millionen Franken). Der Totalaufwand des BAK betrug im Jahr 2009 exakt 215?641?424?Franken. Darin enthalten sind etwa die rund 34 Millionen Franken für Pro Helvetia; Direktzahlungen sind weniger ein Thema beim Bund, der seine Gelder hauptsächlich an Verteiler verteilt. Der Kanton Zürich gab 2010 an die 94 Millionen Franken aus plus 30 Millionen Finanzausgleich an Winterthur und Zürich. Ein guter Teil der Gelder ist gebunden. Bei einigen Städten gehören etwa die Bibliotheken zum Kulturbudget – die in Zürich dem Schul- und Sportdepartement unterstehen. Aber hatte der ehemalige Stadtpräsident Josef Estermann einst gefordert, zwei Drittel der Gelder an Institutionen wie das Schauspielhaus zu verteilen, ein Drittel aber für die freie Vergabe zu reservieren, so ist der Verteilschlüssel in Zürich heute ein deutlich anderer: Rund 6 Prozent stehen zur freien Verfügung; der Rest wird für grosse und kleinere Institutionen gesprochen, auch für jene der freien Szene. Die Entscheidungsprozesse zur Verteilung – wer hat welche Kompetenz? – sind ihrerseits vielfältig und umstritten. Auf Bundesebene spielt gleichfalls ein kompliziertes Regelwerk. So gilt zwischen BAK und Pro Helvetia neu, dass das BAK für die grossen Preise in allen Sparten verantwortlich ist, Pro Helvetia dagegen für Nachwuchsförderung, Vermittlung, Werk- und Projektbeiträge (ausser beim Film). (ked)

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