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Wädenswil wird zu Rekurswil

Die Schnitzelbänkler haben von der Welle bis zur SOB-Haltestelle vielesauf die Schippe genommen.

Von Ueli Zoss Wädenswil – Ob die Bierhimmel-Angels, die Wädi-Wüelmüüs, die Luggebüesser, die Halb-Edlä oder die Panzerknacker – alle Schnitzelbänkler nahmen in der gut besuchten Kulturhalle Glärnisch am Freitagabend das geplante Dach auf dem Wädenswiler Bahnhofplatz auf die Schippe. Seit Jahren ringen Befürworter und Gegner um den inzwischen «Welle» genannten Witterungsschutz. Die Pointen mündeten meist in ein «de blibsch halt gäng no nass». Für die Luggebüesser verdient Wädenswil ob der «Welle» und den weiteren gescheiterten Bauvorlagen schon mal den Namen «Rekurswil». Immer wieder aufs Tapet kam ebenso die SOB-Haltestelle beim Tuwag-Areal. In Gereimtes verpacktes Ungereimtes aus dem Vereinsleben kam nicht zu kurz, und die Schnitzelbänkler nahmen dankbar zur Kenntnis, dass ein einheimischer Heizöllieferant vergessen hatte, seine eigene Liegenschaft mit dem flüssigen Brennstoff zu versorgen. Wüelmüüs mit Ukulele In der Tradition des Bänkelgesangs trat das Duo Wüelmüüs auf. Ihr Erfolgsrezept: zweistimmiger Gesang, drei Akkorde auf der Ukulele – schon die zweite Zeile verführte zu einem Schmunzeln, und die Pointe blieb lange offen. Den Refrain «Äs bizzli schrääg, es bizzli chrank, das isch d Wädi Wüelmüüs-Schnizzelbank» sang das Publikum begeistert mit. Eine Kostprobe aus ihrem Repertoire: Den Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajöküll auf Island führte zur Zeile: «Mit so mä kompliziärtä Name hetts mich au verjagt.» Das Duo tritt wie alle anderen Gruppen am Freitag nochmals an der Reprise auf. Mit kecken Reimen und spitzzüngigen Anspielungen kam auch zur Kasse, wer ausserhalb von Wädenswil ins Fettnäpfchen getreten war. Dankbare Sujets waren der abgehauene Knie-Elefant und Sepp Blatter. Dem Gelächter wurden auch Evergreens wie die Bundesräte, die Banker und deren Boni preisgegeben. Musikalisch gab es ebenso einiges auf die Ohren: Die Tambouren bewiesen, dass sie eine Truppe mit beeindruckender Präzision sind. Mindestens genauso hoch war der Lärmpegel, als die Guggenmusik Trubadix einmarschierte und Stimmung aufkommen liess. Genauso wie später die Wadin-Schränzer legte die Kapelle einen dröhnenden Auftritt hin. Ein Luggebüesser gibt der Stadt einen neuen Namen.Foto: André Springer

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