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Wädenswil trimmt sich zur Bildungsstadt

Mehr Platz für die Bildung, bessere ÖV-Verbindungen, ein Hotel im Zentrum und kostenloser Internetzugang: So will der Stadtrat den Standort Wädenswil fördern.

Von Elio Stamm Wädenswil – Im letzten Jahrhundert prägten Schornsteine das Leben in Wädenswil. Produktionsbetriebe waren die grössten Arbeitgeber. Heute hält die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) mit 480 Angestellten und über 1000 Studierenden diesen Titel. Viele Industriebetriebe sind gegangen, Wädenswil ist zur Bildungsstadt geworden. Der Wädenswiler Stadtrat will diese Entwicklung weiter vorantreiben. Er hat die Stärkung des Bildungs- und Forschungsstandorts zu einem seiner Legislaturziele für 2011 bis 2015 gemacht. In einem siebenseitigen Strategiepapier, das Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) gestern im Stadtratssaal präsentierte, hat er festgelegt, mit welchen Massnahmen er Wädenswil «als innovativen Ort in die Welt hinaus bekannt machen will». Bildungsquartier Wädenswil-Ost: Die Bildung und Forschung soll sich dort entwickeln, wo heute schon die beiden Campus der ZHAW und die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) beheimatet sind: im Osten. Das Dreieck zwischen Grüental, Reidbach und Sträuli-Areal soll zu einem eigentlichen Bildungsquartier werden, in dem die Institutionen die dringend benötigten zusätzlichen Infrastrukturen aufbauen können. «Es gibt hier noch genügend alte Industriebauten, die umgenutzt werden können», sagt Kutter. Erste Schritte sind bereits getan. Die ZHAW plant auf dem Gelände der ehemaligen Seifenfabrik Sträuli an der Einsiedlerstrasse 4 einen Neubau für den Bereich Facility Management und in Räumlichkeiten der Tuwag Immobilien AG an der Einsiedlerstrasse 31 neue Forschungslabors.Gute Erschliessung mit dem ÖV: Damit sich Berufsschüler, Studierende, Dozenten und Gäste bequem durch die Bildungs- und Forschungsstadt bewegen können, muss der öffentliche Verkehr ausgebaut werden. Priorität hat dabei die Realisierung der SOB-Haltestelle Reidbach bis spätestens 2016. Die Stadt einigte sich mit der SOB im Februar darauf, nachdem sich diese zuerst lange quergestellt hatte. Der Bahnhof Wädenswil wäre so nur noch 5 Minuten von der Station Reidbach entfernt. Laut Kutter muss auch dringend der Zugang zum Grüental verbessert werden. Heute fahren die Busse durch ein Wohnquartier.Standort Weinrebe für Hotel: Das Weinrebe-Areal an der Seestrasse soll nicht mehr nur ein Parkplatz sein. Der Stadtrat möchte im kommenden Jahr prüfen, ob hier der geeignete Standort für ein Hotel wäre. Neben den baurechtlichen Fragen «gilt es vor allem abzuklären, wie und von wem sich das finanzieren liesse», sagt Kutter. Das Bedürfnis nach zusätzlichen Übernachtungsmöglichkeiten und Sälen für Bankette oder Kongresse ist auf alle Fälle gross. Dies sagt Peter Weissenbach, Leiter des Standorts Wädenswil der ACW, der gestern auch im Stadtratssaal zugegen war. Man habe bei der ACW rund 200 Veranstaltungen jährlich und grösste Mühe, «die Gäste in Wädenswil unterzubringen».WLAN, i-Phone-App, Infotafel: Dass Bildung, Forschung und Innovation in Wädenswil einen besonderen Stellenwert haben, soll im öffentlichen Raum sichtbar werden. Im gesamten Stadtzentrum soll kosten- und kabellos im Internet gesurft werden können. Dank diesem Public-WLAN können Studierende voraussichtlich ab 2012 ihre Arbeiten im Strassencafé schreiben. Wer am Bahnhof ankommt, soll sich auf einer Infotafel über den Bildungsstandort informieren können. Und wer eines der neuartigen Handys besitzt, schaut künftig in einer Wädi-App nach, wo gerade welcher Bildungsevent stattfindet. Insgesamt sind es 24 Massnahmen, aufgeteilt in sechs Bereiche, welche der Stadtrat vorschlägt. Sie reichen neben den eben dargestellten Punkten von der Förderung des studentischen Wohnens bis zur Optimierung des Webauftritts. Laut Stadtpräsident Kutter stellen die Massnahmen nicht nur potenzielle Möglichkeiten dar, sondern sollen mit Hartnäckigkeit tatsächlich realisiert werden. Im Budget 2012 hat der Stadtrat 200 000 Franken dafür eingeplant. «Verschiedene kleinere und mittlere Investitionen sollten damit realisiert werden können», sagt Kutter. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Bildungsinstitutionen, Kutter und einem Mitglied der Primar- und der Oberstufenschule, soll den Stadtrat bei der Umsetzung der Massnahmen unterstützen. Sie tagt noch vor den Sommerferien das erste Mal.

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