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Vorwurf der Vetternwirtschaft

Die Zufahrtsstrasse zu einer illegalen Deponie in Hombrechtikon ist saniert worden. Den Auftrag erhielt ein Verwandter desjenigen, der die Schäden verursachte.

Von Regine Imholz Hombrechtikon &endash Über 200 000 Franken hat die Gemeinde Hombrechtikon für die Sanierung der Laufenbachstrasse ausgegeben. Aus der Anwohnerschaft wird jetzt Unmut laut &endash nicht wegen der Instandstellung, sondern wegen der Vergabe: Den Auftrag hat Rico Ponato erhalten. Er ist der Cousin von Mario Ponato, dessen Baufirma jahrzehntelang eine illegale Deponie an der Laufenbachstrasse betrieb. Es könne nicht sein, so der Tenor der Bevölkerung, dass der eine mit seinen Baumaschinen die Strasse kaputt mache und der andere, der zudem die inzwischen von den Behörden geschlossene Deponie mitbenützt habe, den Sanierungsauftrag von der Gemeinde zugesprochen erhalte. «Über das Vergabewesen bei Aufträgen gebe ich keine Auskunft», sagt Gemeindepräsident Max Baur (FDP). Dass die beiden Ponatos Cousins sind, stellt für ihn kein Problem dar: «Es handelt sich hier um zwei völlig verschiedene, unabhängige Firmen.» 10 Jahre bis zum Vollzug Wann genau die illegale Deponie entstanden ist, weiss heute niemand mehr. Man sei davon ausgegangen, dass alles rechtens sei, sagt Mario Ponato. Dass dem nicht so war, erfuhren die Ponatos, als sie &endash nachträglich &endash beim Kanton ein Baugesuch für eine Überdachung der Deponie einreichten. Das war 1997. Auf Verlangen des damaligen Amtes für Raumplanung musste die Firma Ponato im Mai 1998 ein vollständiges Gesuch für den Werk- und Lagerplatz sowie für die beiden Unterstände einreichen. Ende März 1999 verweigerte die Baudirektion die nachträgliche Erteilung einer Ausnahmebewilligung für das gesamte Areal. Mit gravierenden Folgen: Im gleichen Jahr ordnete der Gemeinderat auf Antrag der Baudirektion die Baufirma Ponato an, die widerrechtlich erstellte Deponie vollständig zu beseitigen. Dass es danach noch ganze zehn Jahre dauerte, bis die Deponie entfernt wurde, stiess den Anwohnern sauer auf. Es habe sich als unglaublich schwierig erwiesen, für die Deponie einen Ersatz zu finden, rechtfertigt sich Baur. Da der Vollzug bei der Gemeinde lag, war sie es auch, die über den zeitlichen Rahmen bestimmen konnte. «Wir haben die Frist grosszügig gehandhabt», räumt Max Baur ein, denn man habe den Betrieb nicht aus dem Dorf verlieren wollen. Erst als die Anwohner den Druck erhöhten, setzte die Gemeinde der Firma Ponato eine Frist: Im Frühling 2010 wurde das Areal endlich geräumt.Hätte die Baufirma Ponato kein Baugesuch eingereicht, wäre gar nie ausgekommen, dass ihre Deponie illegal war. Denn nach 30 Jahren gilt Gewohnheitsrecht &endash und dieser Status wäre kurz nach Einreichen des Baugesuchs erreicht gewesen.

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