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Vorstoss für Genossenschaften chancenlos

Der Gemeinderat Peter Jann von den Grünen wollte in Dübendorf den Weg ebnen für den gemeinnützigen Wohnungsbau – vergeblich.

Von Manuel Reimann Dübendorf – Peter Jann bereitet das knappe Wohnungsangebot in Dübendorf Sorgen. Und ganz besonders stört den Gemeinderat der Grünen, dass der Anteil an gemeinnützigen Bauträgern im Vergleich mit Städten wie Zürich oder Winterthur nur gering ist. Dabei würden nicht gewinnorientierte Genossenschaften seiner Ansicht nach mehr als nur günstigen Wohnraum bieten. «Im Vergleich zu anderen Investoren bauen sie auch ökologischer und sind stärker auf ein soziales Zusammenleben ausgerichtet», sagt Jann. In einem Postulat verlangte er deshalb von der Gemeinde, dass sie Anreize für Genossenschaften schafft. Dies zum Beispiel, indem sie ihnen Bauland im Baurecht abgibt oder verkauft. Doch im Gemeinderat erlitt er damit am Montagabend Schiffbruch: Nur gerade 6 Ratsmitglieder votierten für die Überweisung des Geschäfts, 26 waren dagegen. Dabei hatte zuvor Hans Baumann (SP) kräftig die Werbetrommel gerührt für das Anliegen von Jann, der abwesend war. Im Kanton Zürich würden bereits zahlreiche Gemeinden den gemeinnützigen Wohnbau fördern, sagte Baumann. Er erwähnte unter anderem Thalwil, Zürich, Küsnacht und Zumikon. «Ausser Zürich werden alle diese Gemeinden von einer bürgerlichen Mehrheit regiert», gab er zu bedenken. «Das wäre Enteignung» Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP) wandte aber ein, dass in Janns Postulat Forderungen enthalten seien, die sich rechtlich gar nicht durchsetzen liessen. Er erwähnte die geforderten Nutzungsbeschränkungen für bestehende Bauzonen. «Das entspricht einer Enteignung», sagte Ziörjen. Hans-Felix Trachsler (SVP) räumte ein, dass der genossenschaftliche Wohnungsbau an und für sich begrüssenswert sei. Nur geht auch für ihn Janns Vorstoss zu weit. «Was er verlangt, lässt sich nicht mit unseren Idealen der möglichst geringen Staatseingriffe realisieren.» Stefanie Huber (GEU/GLP) wies darauf hin, dass die Förderung von sozialem Wohnungsbau sogar in der Kantonsverfassung festgehalten sei. Mit den im Postulat verlangten Nutzungsbeschränkungen für bestehende Bauzonen konnte aber auch sie sich nicht anfreunden. «Das wären sehr starke Einschränkungen im Wohnungsbau.» Zudem fehle im Vorstoss der energetische Aspekt.

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