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Von Ueli Zoss, Wetzikon

Von Ueli Zoss, Wetzikon Verlieren gehört zum Sport. Ob für Einzelsportler oder im Team – Durststrecken sind möglich. Aber in den ersten sieben Saisonspielen gleich siebenmal zu verlieren, ist aussergewöhnlich. Diese unschöne Erfahrung machten die Eishockeyspieler des EHC Wetzikon nach dem 0:2 gegen Bülach. Trainer Hanspeter Frutiger mochte nach der erneuten Niederlage vor der Mannschaft nicht reden. Dies überliess er unmittelbar nach dem Spiel seinem Assistenten Mike Portmann. «Er ist ein guter Co-Trainer, er wird den Spielern schon das Richtige gesagt haben», sagte Frutiger, niedergeschlagen an seinem Tisch im Trainerbüro in der Wetziker Eishalle sitzend. Nachdem er den ersten Schock verdaut hatte, versuchte der ehemalige Assistent von Alpo Suhonen bei den ZSC Lions und von Arno Del Curto bei der U-20-Nationalmannschaft, die triste Lage zu analysieren. Frutiger wiederholte, was er schon vorher zur Negativserie gesagt hatte: «Wir haben ein Kopfproblem. Es ist ein ohnmächtiges Gefühl. Die Mannschaft weiss vor jedem Spiel: So, nun müssen wir punkten. Dieser Druck blockiert die Spieler.» Was es jetzt dringender denn je brauchen würde, sei ein Erfolgserlebnis. 31 Schüsse, kein Tor Auch seinem Ärger machte Frutiger in der Folge Luft: «Wir brachten zwischen der 30. und 32. Minute nicht einmal einen Torschuss zustande.» Er meinte die 92 Sekunden im 2. Drittel, in denen Wetzikon in doppelter Überzahl spielte. Zu den weiteren Match-Statistiken sagte er: «Das Schussverhältnis lautete 31:24 für uns. Im zweiten Drittel musste unser Goalie nur 8-mal eingreifen, Bülachs Torhüter hingegen 17-mal.» Die Zahlen unterstreichen das Übel bei den Wetzikern. Sie schiessen viel zu wenig Tore, nutzen ihre Chancen nicht. Gerade mal neun Treffer brachten sie bisher zustande. Dass sie im Schnitt nur knapp vier Gegentore kassierten, ist vor allem das Verdienst von Goalie Flavio Lüdke. Der ehemalige Ersatzkeeper von Ambri, Fribourg und Kloten hatte sich auf diese Saison hin aus beruflichen Gründen Wetzikon angeschlossen. Sein einziger Fehler im Spiel gegen Bülach führte allerdings zum 0:1 (51.). Lüdke liess einen Puck nach vorne abprallen. Wetzikon will kämpfen Kampflos fügen sich die Oberländer aber keinesfalls ihrem Schicksal. «Wir verloren zwar, waren aber nie Kanonenfutter», sagt Frutiger. So unterlag sein Team auch Arosa, dem Tabellenzweiten in der 1. Liga Gruppe Ost, nur 1:2. Um die Mission Ligaerhalt zu erfüllen, plant Frutiger ein zusätzliches Warm-up-Training am Spieltag. Und er will seine Truppe verstärken. «Wir verhandeln mit Rapperswil-Jona über den Zuzug eines Elite-A-Junioren.» Gerade mit jungen Spielern sei aber die Arbeit schwierig geworden. «Sie sind viel leichter zu führen, wenn sich der Erfolg einstellt. Von einem jungen Spieler zu verlangen, dass er im Abstiegskampf in jedem Spiel alles geben muss, ist nicht immer einfach.» Frutiger stellt sich aber der Aufgabe, sein Team aus der Misere zu führen. «Das ist eine Challenge, der ich mich stelle. Ein Trainer muss auch Qualitäten im Umgang mit den Spielern haben. Ich werde alles versuchen, damit wir mental stärker werden.» Zweimal Rettung in extremis Was Frutiger seinen Job erleichtern könnte: Der EHC Wetzikon hat Erfahrung im Abstiegskampf. In den letzten beiden Saisons erfolgte die Rettung jeweils im allerletzten Spiel der Abstiegsrunde. Erst mit einem 6:3 gegen Bellinzona, danach mit einem 4:3 gegen Wil. Ein Trainer, der nie gewinnt, gerät aber branchenüblich in Kritik. Roland Wyss, Präsident des EHC Wetzikon, stellt sich dennoch hinter Frutiger. «Wir haben volles Vertrauen in unseren Trainer.» Er fügt die ebenfalls branchenüblichen Worte an: «Gefordert sind nun die Spieler.»

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