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Von Sandra Zrinski

Freilaufställe für Pferde sind selten. In Weiach hat Landwirt Hans Willi über zwei Jahre auf eine Baubewilligung gewartet.

Von Sandra Zrinski Weiach – Hans Willi betreibt Milchwirtschaft, Ackerbau und Rindermast. Und sein Sohn und dessen Freundin, Christian Willi und Randa Häfliger, halten Pferde. Im November 2007 hat Hans Willi ein Baugesuch für einen Pferdestall eingereicht. Mit der Haltung von eigenen und vor allem von Pensionspferden wollte er das Einkommen der Familie und langfristig das Überleben des Hofes sichern. Doch der Baustart verzögerte sich. Der Grund: Die Baudirektion muss einen haushälterischen Umgang mit Landwirtschaftsland sicherstellen. Entsprechend umfangreich sind die Abklärungen, die sie vor der Erteilung einer Bewilligung macht. Gegensätzliche Interessen waren abzuwägen: sparsamer Landverbrauch versus das Bestreben des Weiacher Landwirts, wirtschaftlich zu überleben. Rückbaupflicht akzeptiert Im März 2009 erhielt Willi nach einer Reihe von Abklärungen ein Schreiben des Kantons: Sein Gesuch sei in dieser Form nicht bewilligungsfähig. Knackpunkt war der Standort des Stalls. Die Landschaft würde durch den Bau zu stark zerschnitten. Mit ein Grund für das lange Warten auf diesen offiziellen Bescheid war aber auch ein vergleichbares Gesuch für einen Pferdestall, ebenfalls in Weiach. Der Bauherr rekurrierte gegen das sogenannte Rückbau-Revers, das Teil der Baubewilligung war. Dieses muss im Grundbuch eingetragen werden. Es verpflichtet den Landwirt oder seinen Nachfolger dazu, den Pferdestall abzureissen, wenn er den Bauernbetrieb aufgibt. Damit soll verhindert werden, dass landwirtschaftsfremde Betriebe in der Landwirtschaftszone angesiedelt werden. Diese Praxis hat sich im Kanton Zürich unterdessen eingebürgert. Bevor man Hans Willi eine Baubewilligung erteilte, wollten die zuständigen Stellen den Rekursentscheid abwarten, erklärt René Loner, Mediensprecher der Baudirektion. Der Rekurs wurde abgewiesen, und so hat Willi seine Unterschrift unter diese Verpflichtung setzen müssen. Das stört ihn allerdings nicht: «Wir bauen für die Zukunft, und wir wollen unseren Betrieb ja eben nicht aufgeben.» Nach dem ersten Brief des Kantons gab Willi ein überarbeitetes Gesuch ein und musste sich nochmals ein Jahr gedulden, bis er die Baubewilligung in den Händen hielt. Nun aber baut er. «Das Gesamtbild von Stall und Hof wird kompakter, als wir es zunächst geplant hatten.» Die Pferde sollen auch zukünftig von Sohn und Freundin betreut und gepflegt werden. 24 Tiere können im Stall mit den Auslaufanlagen untergebracht werden. Sie werden aber nicht in Boxen stehen, wie das meistens üblich ist. «Wir werden Gruppenhaltung betreiben», sagt Willi. Das ist vergleichbar mit einem Freilaufstall, wie er bei Kühen unterdessen verbreitet ist. Bei Pferden ist dies nach wie vor selten, was sich auch in der Anzahl Baugesuche spiegelt, die beim Kanton eingehen. «Boxenhaltung ist viel gängiger», sagt René Loner. Hufeisen nicht erlaubt Die Tiere können sich bei der Gruppenhaltung frei bewegen und aus dem Stall nach draussen gehen. So legen sie jeden Tag mehrere Kilometer zurück. Weil Pferde Herdentiere sind, können sie ihr ausgeprägtes Sozialverhalten ausleben, und es gibt eine klare Rangordnung. Genau dies kann aber zu Auseinandersetzungen und somit zu Verletzungen führen. «Deshalb werden die Pferde bei uns keine Hufeisen tragen, und neue Tiere werden anfänglich in den Angewöhnungsboxen sein», sagt Willi. Die Gruppenhaltung von Pferden wird – besonders wegen der Verletzungsgefahr – von gewissen Kreisen kritisch betrachtet. Hans Willi hat aber keine Bedenken, dass zukünftig zu wenig Pensionspferde auf seinem Hof wohnen werden. «Wir haben bereits Anfragen erhalten, obwohl wir noch keine Werbung gemacht haben.»

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