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Von Daniel Schneebeli

Der Gestaltungsplan fürs Industriequartier Silbern sieht neu keinen eigenen S-Bahnhof mehr vor. Doch die Behörden träumen weiter davon.

Von Daniel Schneebeli Dietikon – Es war eine Strafaufgabe, welche Otto Müller (FDP), der Stadtpräsident von Dietikon, gestern präsentierte: den überarbeiteten Gestaltungsplan für das Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt. In diesem Industriegebiet im Norden Dietikons ist in den letzten Jahrzehnten ein ausserordentlich beliebtes Einkaufsparadies mit Möbelgeschäften, Hobbymärkten und Mediamarkt entstanden. Das Gebiet hat sich so stark und kaum mehr kontrollierbar entwickelt, dass die Stadtbehörden vor ein paar Jahren die Notbremse zogen und eine Planungszone über das Gebiet verhängten. Das entsprach faktisch einem Baustopp. Mit allen Grundeigentümern wurde darauf ein Gestaltungsplan entworfen, der aus dem Industriegebiet einen neuen Dietiker Stadtteil mit eigener S-Bahn-Station Silbern und einer kapazitätsstarken neuen Zufahrt für den Autoverkehr. Man rechnete mit 4000 neuen Arbeitsplätzen und neuem Wohnraum für 3000 Personen. Das übliche Verkehrschaos in der Silbern wäre entwirrt gewesen, glaubten die Dietiker Stadtplaner. Auch neue Hochhäuser wären möglich. Doch im März hat der Kanton die Stadt Dietikon zurückgepfiffen. Man könne nicht mit einer neuen S-Bahn-Station rechnen und auch die Ausfahrt der Mutschellenstrasse könne nicht kreuzungsfrei geplant werden. Dies überschreite die Kompetenz der Gemeinde. Der Kanton verlangte einen neuen Gestaltungsplan. Stadtpräsident bleibt Visionär Dieser liegt nun vor und in den nächsten 60 Tagen öffentlich auf. Die Behörden haben das Gebiet für verkehrsintensive Betriebe und die Wohnzonen stark verkleinert. Es seien zwar immer noch Hochhäuser und 4000 neue Arbeitsplätze möglich, aber Wohnraum könnte höchstens noch für eine paar Hundert Personen geschaffen werden. Um den Verkehr zu beschränken sind flankierende Massnahmen wie kürzere Parkierzeiten geplant. Dazu ist eine andere Verkehrsführung am Knoten Mutschellen-/Silbernstrasse und eine neue Autobahnausfahrt in Spreitenbach gefordert. Langfristig ist der Dietiker Stadtrat aber skeptisch. Der überarbeitete Gestaltungsplan könne nur eine Etappe in der Entwicklung des Industriegebietes sein. Mit fortschreitender Überbauung werde sich die Verkehrssituation wieder verschärfen. «Darum halten wir an der Vision einer neuen S-Bahn-Station Silbern fest», sagte gestern Stadtpräsident Müller.

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