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«versuchen sie zu spüren!»

Zwei Choreografen, zwei Premieren, ein Fragebogen: Hideto Heshiki und Jessica Huber sind renommierte Vertreter der hiesigen zeitgenössischen Tanzszene. Der «Züritipp» stellte beiden dieselben Fragen; hier sind die Antworten.

mit Hideto Heshiki und jessica Huber sprach julia Stüssi Bald feiert Ihr neues Stück Premiere. Haben Sie ein Glücksritual? Nein. Aber wir tanzen jeweils alle zusammen kurz vor dem Auftritt zur Livemusik unseres Musikers ab. Und nachher? Geh ich mit der Gruppe essen und anstossen, treue Freunde und Zuschauer begrüssen. Irgendwann ziehe ich mich zurück und versuche zu verdauen, dass ich das Stück nun loslassen und dem Publikum übergeben muss &endash sowohl in der Interpretation als auch im Urteil. Ihr Stück heisst «The Rebellion of the Silent Sheep». Worum gehts? Es ist ein intimes Performancekonzert mit Liebe zur Bewegung rund um die Sehnsucht. Warum Sehnsucht? Weil wir in der Schweiz eigentlich alles (oder sehr viel) haben und uns doch noch immer nach irgendwem oder irgendwas sehnen. Und weil dieses Gefühl der Sehnsucht so schwer fassbar ist. Ziemlich abstrakt. Versteht man das auch ohne Programmheft? Ich weiss nicht, ob man immer alles genau «verstehen» muss, was auf der Bühne passiert. Berührt sein reicht für mich auch. Sonst würde ich wohl versuchen, ein Buch zu schreiben. Was kann Tanz, was andere Kunst nicht kann? Die Fantasie der Zuschauer anregen. Was ist Ihr grösstes berufliches Ziel? Einen Residenzort für Künstler eröffnen. Wo man für ein paar Wochen arbeiten und leben und sich dem Künstlerdasein hingeben kann, ohne ein fertiges Produkt präsentieren zu müssen. Jessica Huber, 1978 in Winterthur geboren, ist Tänzerin und Choreografin. In «The Rebellion ...» ist neben zwei Tänzerinnen und einem Tänzer auch ein Livemusiker auf der Bühne zu sehen. Jessica Huber. Bald feiert Ihr neues Stück Premiere. Haben Sie ein Glücksritual? Ich gestalte meinen Tag so normal wie möglich, mit Schwimmen, Gyrokinesis, Kung-Fu. Und nach der Premiere? Trinke ich fünf oder sechs Gläser Bier und esse. Erzählen Sie von Ihrem neuen Stück «Vanishing». Worum gehts? Aufs Kürzeste eingekocht: um Sein oder Nichtsein. Um innere Realität und äussere Form, aber auch um Werden und Vergehen. Warum dieses Thema? Weil ich älter werde. Besonders stark werde ich mir dessen bewusst, wenn ich sehe, wie schnell mein Sohn wächst. «Sein oder Nichtsein», das hört sich abstrakt an, versteht man das auch ohne Programmheft? Schauen Sie sich den Tanz an, so wie Sie Musik hören. Bevor Sie sich fragen, warum gerade dieses oder jenes auf der Bühne passiert, versuchen Sie zu spüren, was es in Ihnen auslöst! Es ist wichtig, sich auf ein Stück über das unmittelbare und sinnliche Erlebnis einzulassen. Was kann Tanz, was andere Kunst nicht kann? Wir können nie dasselbe zweimal tun. Den einzelnen Moment gibt es nur einmal &endash live. Was ist Ihr grösstes berufliches Ziel? Mein wichtigstes Ziel ist, körperlich und psychisch gesund zu bleiben &endash das wünsche ich mir auch für meine Familie. Ich möchte so lange Tänzer bleiben, bis ich es &endash mental &endash nicht mehr geniessen kann. Hideto Heshiki, 1971 in Okinawa, Japan, geboren, ist Tänzer und Choreograf. Seit 1999 lebt er in Europa. «Vanishing» ist ein Stück mit zwei Tänzern, einer Tänzerin, einem Maler und drei Musikern. Hideto Heshiki. Wenig Kostüm, viel Ausdruck: Eindrücke der neuen Stücke von Huber (r.) beziehungsweise Heshiki. Do, Sa, 20 Uhr, So 18 Uhr Eintritt 30 / 20 Franken Fr, Sa, Mo Di 20 Uhr Eintritt 35 / 20 Franken Bilder: patriciavonah.com / zvg, Tobias Stahel / zvg, Philippe Weissbrodt/zvg, Peter Kadar / zvg,

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