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Unterländer Gemeinden wollen wachsen

Bevölkerungswachstum ist das Ziel vieler Behörden. Sie wollen die vorhandene Infrastruktur besser nutzen. Die Umsetzung aber befriedigt nicht immer.

Von Sandra Zrinski «Die Ein- oder Umzonung von Bauland allein garantiert kein qualitatives Wachstum», sagt Bernhard Krismer, Gemeindepräsident von Wallisellen. Alle Entwicklungsgebiete in der 14 000 Einwohner zählenden Kommune seien deshalb mit einer Gestaltungsplanpflicht verbunden gewesen. So hatte der Gemeinderat bei den Projekten Integra, Zwicky- und Richti-Areal ein bedeutendes Wort mitzureden. Ziel war es, eine Mischung von Wohn- und Gewerberäumen zu realisieren. «Und bei den Wohnungen war uns ein Mix von Eigentum, Miet- und Genossenschaftswohnungen wichtig», so Krismer. Damit liesse sich die soziale Struktur der Bewohner und die Altersdurchmischung beeinflussen. Erschlossenes Land bebauen Mit der Schaffung von Wohnraum will die Behörde nicht primär neue Steuerzahler anziehen. «Vielmehr stehen wir als einer der besterschlossenen Standorte der Schweiz in der Pflicht, Wohn- und Gewerberaum zu schaffen», sagt Krismer. Das Ziel von Bundesrätin Doris Leuthard, die Zahl der Pendler zu verringern, lasse sich in Wallisellen und im ganzen Glattal gut realisieren. Trotz Bauboom halten sich die Infrastrukturkosten in Grenzen. «Wir mussten kein neues Land einzonen, sondern konnten Industriegebiete umzonen. Diese waren bereits erschlossen», sagt der Gemeindepräsident. Einzig der Schulraum muss noch ausgebaut worden. Ein vergleichsweise geringeres Wachstum hat die 4300 Einwohner zählende Gemeinde Glattfelden in den letzten Jahren erfahren. 2005 lebten noch 3900 Personen im Dorf. Die Überbauung von zusätzlichem Land sticht besonders durch die vielen gleichförmigen Einfamilienhäuser etwa entlang der Glatt ins Auge. «Auf die Gestaltung derselben hatten wir keinen Einfluss», sagt Bauvorstand Bruno Suter. Entspreche ein Projekt der Bauordnung, müsse es bewilligt werden. Suter zieht trotz allem ein positives Fazit aus dem Bauboom. «Wir haben aber nicht gedacht, dass alles so schnell gehen würde.» Die bestehende Infrastruktur reiche für rund 5000 Einwohner aus. Bauen, um die Schule zu füllen Die Infrastruktur oder vielmehr die Schule ist bei den Oberembrachern mit ein Grund, weshalb sie ein gewisses Wachstum begrüssen. Es herrscht ein Schülermangel, und für Gemeindepräsident Bernhard Haas ist klar: «Hat ein Dorf keine Schule mehr, ist es für Familien unattraktiv.» Die Realisierung von Wohnraum wie im Projekt Rothus, bei dem rund 30 Wohnungen entstehen, kommt dem Gemeindepräsidenten deshalb sehr gelegen. Im 1000-Seelen-Dorf stehen vorwiegend Einfamilienhäuser. In manchen sind die Jungen ausgeflogen, sodass die ältere Generation viel Wohnfläche belegt. «Wir befinden uns in einer Zwischenphase, aber selbstverständlich sollen alte Personen möglichst lange zu Hause wohnen.» Damit sich die Gemeinde mittel- bis langfristig entwickeln kann, braucht es neue Bauzonen. Diese Forderung hat die Behörde im Rahmen des Richtplanverfahrens beim Kanton platziert.

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