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Unfallserie bei der Glattalbahn reisst nicht ab

Fachleute führen die Unglücke auf verschiedene Faktoren zurück.

Von Fabian Boller «Die Verkehrsteilnehmer in der Agglomeration sind sich möglicherweise noch nicht an das System Strassenbahn gewöhnt», sagt Karin Faes, Mediensprecherin der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG). Die Glattalbahn ist nach einer Serie von fünf Unfällen in die Kritik geraten. Noch glimpflich verlief die Fahrt eines betrunkenen Automobilisten auf den Bahngleisen, die schliesslich auf einem Viadukt ihr Ende nahm. Schwerer wiegt der Unfall einer Motorradfahrerin, die in Dübendorf ein Rotlicht übersah und mit einer Zugkomposition zusammenstiess. Sie wurde eingeklemmt und musste von der Feuerwehr schwer verletzt befreit werden. Ebenfalls im Spital landete ein Velofahrer, als er in der Nähe der Haltestelle Bäuer mit der Bahn kollidierte und dabei schwere Kopfverletzungen erlitt. In Wallisellen lief zudem ein Fussgänger vor das Tram. Obwohl die Wagenführerin eine Vollbremsung einleitete, erfasste der Zug den 17-Jährigen frontal und schleuderte ihn weg. Auch er musste mit schweren Kopfverletzungen behandelt werden. Der jüngste Vorfall ereignete sich am Ostersonntag in Opfikon. Der Lenker eines Kleinwagens kollidierte auf einer Kreuzung mit der Glattalbahn. Die Fahrzeuginsassen erlitten dabei leichte bis mittelschwere Verletzungen. Nun wird Kritik am Streckenverlauf der Glattalbahn laut. Diese quert an mehreren Stellen Hauptstrassen. Die Kreuzungen sind jeweils mit Ampeln gesichert. Auch im Fall der Kollision vom Ostersonntag. «Wir haben versucht, möglichst wenig Kreuzungsstellen zu bauen», sagt Andreas Flury, Direktor der VBG. Ganz zu vermeiden seien diese aber nicht. Die Glattalbahn musste ins Strassennetz eingebunden werden. «Zudem ist es eine Tatsache, dass Schienenfahrzeuge gemäss Statistik mehr Unfälle verursachen als beispielsweise Busse», sagt Faes. Oberste Priorität beim Betrieb der Glattalbahn hätte die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Aus diesem Grund würde jedes Unfallereignis mit der Kantonspolizei analysiert. Ampeln wären wirkungsvoller Diese sieht die Kreuzungen nicht als Unfallherde. Allerdings fehle es an Langzeiterfahrung, sagt Mediensprecher Martin Sorg. «Bei den Unfällen auf dem Streckennetz der Glattalbahn handelt es sich um Einzelereignisse an verschiedenen Orten, die auf mangelnde Aufmerksamkeit der Lenker zurückzuführen sind.» Ob dies auch beim Unfall am letzten Sonntag der Fall war oder ob ein technischer Defekt vorlag, werde abgeklärt. Sorg räumt ein, dass der Sicherheitsaspekt von Bahnschranken vermutlich wirkungsvoller wäre als Ampeln. «Dem stehen Aspekte wie Verkehrsfluss, Kosten und Verhältnismässigkeit gegenüber.»

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