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Training für auffällige Jugendliche

Rund 5000 Jugendliche verlassen in der Schweiz frühzeitig die Schule. Um solche Schulabbrüche zuvermeiden, werden nun auch in Meilen Kurse angeboten.

Von Eva Robmann Meilen – Die Schulen im Bezirk Meilen müssen ihre verhaltensauffälligen Schüler nicht mehr nach Uster ins Training schicken. Neu bietet auch die Jugendberatung und Suchtprävention des Bezirks Meilen «Samowar» Verhaltenskurse für Oberstufenschüler in Meilen an. Der Kurs «Training in Lebenskompetenz» (TiL) ist eine der Massnahmen der Schulen, um auffälliges Verhalten ihrer Schüler zu sanktionieren und zu korrigieren. Eher Chance als Strafe «Der Kurs soll nicht als Strafe angesehen werden», sagt Belinda Inglin vom Samowar. «Es ist eher eine Chance für die Jugendlichen.» Das Angebot, das es seit mehreren Jahren in Uster gibt, wird neu auch in Meilen realisiert. Dafür ist der Samowar eine Kooperation mit der Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland eingegangen. Zwei Kurse pro Jahr finden in Meilen statt, fünf in Uster. Damit gibt es ein Angebot während des ganzen Schuljahres, sodass auch in Notfällen keine Wartefristen entstehen. Jugendliche der Oberstufe, die durch allzu häufige Regelverstösse und wiederholtes Provozieren auffallen, können von den Schulen zur Teilnahme an einem TiL-Kurs angehalten werden. In kleinen Gruppen von fünf bis acht Jugendlichen lernen sie an acht Mittwochnachmittagen ihre Schwächen und auch ihre Stärken kennen. Sie erfahren, wie sie auf andere wirken und wie sie Provokationen vermeiden können. Ebenso lernen sie, mit Kritik umzugehen. Geleitet wird der Kurs von einer männlichen und einer weiblichen Fachperson. Vor dem Kurs legen Eltern, Lehrer und Schulleiter gemeinsam mit dem Jugendlichen Ziele fest. Während des Kurses wird darauf hingearbeitet. In einer Schlussbesprechung erhalten Schule und Eltern einen Bericht der Kursleiter. Für die Eltern wird im Verlauf der Kursfrist im Samowar ein Elternabend organisiert, an dem sich die Eltern austauschen können und über den Kurs informiert werden. Ausser dem Eingangsgespräch gibt es für die Lehrer keinen Mehraufwand – durch das veränderte Verhalten der Schüler aber im Idealfall eine beträchtliche Erleichterung. Gemobbte und Delinquenten Eine im Januar veröffentlichte Studie der Universität Freiburg stellt nämlich fest, dass knapp ein Drittel der jährlich 5000 jugendlichen Schulabbrecher in der Schweiz unter problematischen Lehrerbeziehungen oder hohem Elterndruck gelitten haben. Neben diesem Drittel der Schulmüden gilt jeder Fünfte als Hänger mit Disziplinarproblemen, der viel Alkohol oder Cannabis konsumiert. Knapp 20 Prozent werden als familiär belastet beschrieben, 16 Prozent als Gemobbte. Weitere 16 Prozent gelten als Delinquenten. Diese fallen durch schweres rechtswidriges Verhalten und Gewaltbereitschaft auf. Trotz der hohen Zahl von Schulabbrechern besteht jedoch Hoffnung. Laut Studie haben drei Jahre nach dem Schulaustritt zwei Drittel zurück in die Schule gefunden oder sie haben eine Berufsausbildung begonnen. Die nächsten Kurse «Training in Lebenskompetenz» fangen am 20. April in Meilen an. Informationen: Tel. 044 924 40 10. Im «Samowar»-Kurs lernen Jugendliche, wie sie ihren Alltag meistern können.Foto:Key

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