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Töfffahrer bei Unfall auf dem Albis gestorben

Ein Motorradfahrer ist am Dienstagabend auf der Albispassstrasse tödlich verunglückt. Jetzt fordern Anwohner wieder eine Temporeduktion.

Von Philipp Kleiser Langnau – Der 20-jährige Motorradfahrer fuhr nach 21 Uhr auf der Albisstrasse von Adliswil Richtung Albispass. In einer leichten Kurvenkombination vor der oberen «S-Kurve» im Oberrängg kam er zu Fall. Lenker und Motorrad rutschten über die Gegenfahrbahn und prallten heftig gegen die Leitplanke. Durch den Aufprall erlitt der Motorradfahrer derart schwere Verletzungen, dass er noch auf der Unfallstelle starb, wie die Kantonspolizei Zürich gestern mitteilte. Die Albisstrasse musste für rund drei Stunden für jeglichen Verkehr gesperrt werden. Der Unfall war einer mit Ansage, sagt Michael Hug, der beim Escherrank kurz vor der Passhöhe wohnt. Er verfolgte am Dienstagabend über längere Zeit, dass immer die gleichen Lenker über den Albispass fuhren. «Wie ein Gewitter» habe sich die Lage zugespitzt, sagte er gestern. Die Töfflenker seien am Limit gefahren. Den Unfall selbst hat Hug nicht beobachtet. Ein Anwohner der Passstrasse sprach gestern gegenüber «20 Minuten online» gar von einem wilden Töffrennen, das sich sechs bis acht Motorradfahrer am Unfallabend geliefert hätten.Ein Raserunfall also? Spekulationen kommentiert die Kantonspolizei Zürich nicht. «Was genau zum Unfall geführt hat, wird noch abgeklärt. Zunächst müssen die gesicherten Spuren sowie die Aufnahmen des Unfallfotodienstes ausgewertet werden», sagt Mediensprecher Marc Besson.Auch der Langnauer Feuerwehrkommandant Jan Bauke, der nach dem Unfall mit 15 Mann für die Verkehrsreglung aufgeboten worden war und die lokalen Gegebenheiten bestens kennt, warnt vor Schnellschüssen: «Dass sofort Mutmassungen gemacht werden und sich Leute, die im Glashaus sitzen, zum Richter aufspielen, finde ich merkwürdig.» Es sei Sache der Polizei, die Gründe zu ermitteln, sagt Bauke. Keine Missstände festgestellt Nach dem tragischen Unfall werden erneut Stimmen laut, die auf der Albispassstrasse eine Temporeduktion fordern. Es ist der zweite tödliche Unfall auf der Albisstrasse in diesem Jahr. Hinzu kommen laut Hug unzählige Unfälle mit Töfffahrern, die oft gar nicht gemeldet werden. Vor einem Jahr hat Hug den Verein «Lärm am Albis» gegründet. Die Gruppierung will die Verkehrssicherheit auf der Albispassstrasse verbessern. Und sie kämpft gegen den übermässigen Lärm der Motorräder. Beides will auch der Gemeinderat Langnau. Mit dem Antrag einer Temporeduktion von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde auf der Passstrasse und dem Wunsch, eine Sicherheitslinie anzubringen, um riskante Überholmanöver zu verhindern, ist er bei der Kantonspolizei Zürich im letzten Jahr aber abgeblitzt. Einerseits stelle die Kantonspolizei auf dieser Strecke keine Mängel und Missstände wie Unfälle und Lärm fest. Andererseits habe sich die Zahl der Unfälle seit der Sanierung der Albisstrasse 2010 verringert. Dies zeige, dass der damalige Entscheid, keine durchgehende Sicherheitslinie anzubringen, richtig gewesen sei, hiess es in der Antwort. «Strecke zu attraktiv» Ganz tatenlos ist die Kantonspolizei indes nicht. «Wir machen laufend Abklärungen, um den Strassenverkehr sicherer zu machen», sagt Kantonspolizei-Mediensprecher Besson. Auch im Bereich der Albisstrecke seien Abklärungen im Gange, um die Fahrsicherheit zu erhöhen, sagt Besson. Ins Detail gehen wollte er aber nicht. Für Michael Hug genügt das nicht. «Mit Tempo 60 wäre die Strecke weniger attraktiv, und es würde weniger am Limit gefahren», ist er überzeugt. Hug konnte nach dem Unfall auch mit einem BMW-Fahrer sprechen, der den Unfall von seinem Auto aus gesehen hatte. Der Motorradfahrer hatte ihn nur gerade zwei Kurven zuvor überholt. Noch vor einem Tag sei er der Meinung gewesen, man solle die Leute so schnell fahren lassen, wie sie wollten, habe der Autolenker gesagt. Doch nun habe er seine Meinung geändert: «Heute Abend, nach diesem Unfall, verstehe ich, was ihr wollt.»

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