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Titel (mind. 2-, max. 3-zeilig)Drogen, Sozialhilfe und «dicke Autos»

Ein mutmasslicher Dealer aus Bachenbülach hat Sozialhilfe bezogen und besass mehrere Autos. Die Gemeinde hat gegen ihn Strafanzeige erstattet.

Fall eines 37-jährigen Iraners Von Stefan Hohler Bachenbülach – Der Fall flog am 27. April auf, als sich ein Anwohner bei der Kantonspolizei nachts über grossen Lärm in der Nachbarwohnung beschwerte. Bei der Kontrolle stiessen die Polizisten auf einen 27-jährigen Portugiesen und einen 37-jährigen Iraner. Zudem fanden sie rund 450 Gramm Marihuana und zwei Kilogramm Heroin. Beide Männer wurden verhaftet und sitzen in Untersuchungshaft. Einer der beiden mutmasslichen Drogendealer, der Iraner, bezieht Sozialhilfe. Die Gemeinde habe gegen ihn Strafanzeige wegen Sozialhilfemissbrauchs eingereicht, bestätigt Gemeindeschreiber Hans Lüssi. Wie eine Nachbarin sagt, ist der Iraner immer mit «dicken Autos» unterwegs gewesen und hat die Wagen vor dem Haus parkiert. Dies bestätigt auch eine weitere Quelle. Dass beim Iraner Sozialhilfemissbrauch vorliegen könnte, vermutete der Bülacher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid schon vor rund einem Jahr. Der Treuhänder und Buchprüfer hatte die Behörden zudem auf eine mögliche Scheinehe und den Autobesitz aufmerksam gemacht. Den entscheidenden Hinweis habe er aus der Nachbarschaft erhalten. Autos unter Verein eingelöst Die ersten Ermittlungen der Polizei, so Claudio Schmid, hätten aber keine handfesten Resultate ergeben. Der Grund: Die Autos waren nicht auf den Mann eingelöst, sondern auf einen von ihm gegründeten und präsidierten «Verein für Menschenrechte im Iran». Diesen Verein hatte der Iraner im Jahr 2005 in Adliswil gegründet, wo er bis vor rund einem Jahr wohnte. Ziel des Vereins ist die «Aufdeckung der Menschenrechtsverletzungen», wie es in den Statuten heisst. Bei den Adliswiler Sozialbehörden will man sich aus Datenschutzgründen nicht zum Fall äussern, insbesondere nicht zur Frage, ob man schon früher Hinweise auf Sozialmissbrauch und Autobesitz gehabt habe. «Ich bin froh, dass die Kantonspolizei zugeschlagen hat und fündig geworden ist», sagt Schmid. Er ist über das Ausmass der Vorwürfe überrascht, die viel grösser sind als ursprünglich angenommen. «Es ist schon erstaunlich, wie dreist unser System ausgenutzt wird.» Wohnung wurde gekündigt Ob der Mann unter dem Deckmantel des Vereins einen Autohandel betrieb oder allenfalls Drogen wusch, dazu will sich die zuständige Staatsanwältin aufgrund des laufenden Verfahrens nicht äussern. Neben dem Iraner soll auch seine Ehefrau, eine 56-jährige Portugiesin, verhaftet worden sein. Die Frau sei ebenfalls Sozialhilfeempfängerin, vermuten Nachbarn. Das Paar hatte vor rund einem Jahr geheiratet. Die Wohnung, in der die Polizei die beiden Männer gefasst hatte, hat die Portugiesin gemietet. Der 27-jährige Portugiese ist mit ihr verwandt. Die Wohnung ist weiterhin versiegelt. Der Vermieter wird der Frau kündigen. Bei Drogen kenne er kein Pardon, sagt er.

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