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Teilprivatisierung des Spitals Limmattal gestoppt

Der Verwaltungsrat hat die Zusammenarbeit mit der Firma H-Services gekündigt. Leo Boos ist ab sofort nicht mehr Spitaldirektor.

Von Helene Arnet Schlieren – Die kritische Haltung des Regierungsrats habe den Ausschlag für einen Marschhalt gegeben, sagte gestern Spitalpräsident Thomas Hächler gegenüber dem TA. Der Verwaltungsrat ist am Donnerstag übereingekommen, die Teilprivatisierungs-Pläne des Spitals Limmattal aufzugeben. Zuvor schon wurde das Ansinnen in der Bevölkerung und von Politikerinnen und Politikern aller Parteien mehrheitlich abgelehnt. «Wir können und wollen eine solche Veränderung nicht durchstieren», erklärte Hächler. Erst recht, weil das Spital auch intern einer Zerreissprobe ausgesetzt gewesen sei. Die Mitarbeiter der Firma H-Services, die das Spital managten, verlassen inklusive Interimsdirektor Leo Boos per sofort das Spital. Boos stellt laut Hächler in der ersten Zeit noch sein Know-how zur Verfügung. Die interimistische Leitung wird Pflegedirektorin Heidi Kropf – unterstützt vom Ärztlichen Leiter Othmar Schoeb und von Basil Caduff (Chefarzt Medizin) – übernehmen. Spitalpräsident Hächler betont: «Damit entsprechen wir den Wünschen der Ärzteschaft und der Spitalleitung.» Er habe ein Aufschnaufen festgestellt, als der Entscheid bekannt wurde. Die Direktionsstelle wird so bald als möglich ausgeschrieben. Neu besetzt werden muss auch die ärztliche Leitung: Schoeb verlässt das Limmattalspital. VR-Präsident nimmt den Hut Thomas Hächler hat gestern gegenüber dem TA zudem seinen Rücktritt als Verwaltungsratspräsident angekündigt. Er wird bei den nächsten Wahlen, die voraussichtlich Anfang 2011 stattfinden, nicht mehr antreten. «Die zeitliche Belastung war enorm, und ich habe mich mit dem geplanten Modell stark identifiziert. Jetzt müssen neue, dadurch nicht vorbelastete Leute kommen.» Auf die Frage, was denn rückblickend falsch gemacht wurde, sagt er: «Wir wollten zu schnell vorwärtsmachen. Wir konnten deshalb die Leute nicht von unserer Idee überzeugen.» Hächler gab gestern auch erstmals Auskunft darüber, was der Regierungsrat am Modell Limmattalspital bemängelte: Die Kantonsregierung machte klar, dass sie den vorliegenden Managementvertrag mit der Firma H-Services nicht absegnen werde. Insbesondere das Salär-Modell sei nicht akzeptabel. Die Firma hätte zwar das Betriebsrisiko getragen, aber auch den Gewinn vollständig eingestrichen. Der VPOD titelte gestern in einer Medienmitteilung: «H-Services-Spuk ist vorbei. Jetzt hat das Spital Limmattal wieder Zukunft!» Wie diese Zukunft aussehen wird, ist allerdings nach wie vor ungewiss: Ob damit das Teilprivatisierungs-Modell vollständig vom Tisch ist, wird die Delegiertenversammlung zu entscheiden haben. Zumindest die Idee, den Neubau mit Privaten zu realisieren, fand in breiten Kreisen Zustimmung.

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