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Tageskarten bleiben ein Renner

Auf den Fahrplanwechsel erhöhen die SBB ihre Preise – so auch jene für die Gemeinde-Tageskarten. Weil diese so gefragt sind, sind viele Gemeinden bereit, einen höheren Preis dafür zu zahlen.

Von Andreas Frei Oberland – 9775 Franken – so viel kostet eine Gemeinde-Tageskarte heute. Ab dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember werden die Gemeinden dafür stolze 11 300 Franken zahlen müssen, wie gestern bekannt wurde. Trotzdem dürften die Tageskarten in der Region auch künftig erhältlich sein, wie eine Umfrage bei verschiedenen Gemeinden zeigt. Zu gross ist die Beliebtheit des günstigen Billetts, das der Kunde bei der Gemeindeverwaltung statt auf dem Bahnhof kauft. Bis jetzt war das Angebot nicht zum Schaden der Gemeinden. Umgerechnet 26.80 Franken kosteten sie die Karten pro Tag – den Preis, für den sie weitergegeben werden, bestimmt die Gemeinde selber. Bei einer guten Auslastung können die Gemeinden durchaus ein Geschäft machen. Künftig fällt die Gewinnspanne aber kleiner aus: Knapp 31 Franken wird der Einkaufspreis ab Dezember betragen. Preiserhöhungen sind möglich «Ich sehe dennoch keinen Anlass, das Angebot in Zukunft nicht beizubehalten», sagt etwa der Gemeindeschreiber von Maur, Markus Gossweiler. Seine Gemeinde verkauft die Karten für 30 Franken in der Region am billigsten. Die Auslastung der Karten liege bei deutlich über 90 Prozent, das zeige, dass die Leute das Angebot schätzen würden. Er persönlich glaube darum nicht, dass der Gemeinderat sich entscheide, es nicht weiter zu führen. «Hingegen halte ich es für gut möglich, dass der Preis moderat erhöht wird», sagt Gossweiler. Total stehen in Maur 4 Karten zur Verfügung. In Dübendorf wurde die Frage der Gemeindetageskarten noch nicht erörtert, wie Stadtschreiber David Ammann sagt. Dübendorf hält nicht weniger als 14 solcher Karten bereit. Laut Ammann ist das Generalabonnement für jedermann in seiner Stadt sehr gut ausgelastet. «Für uns ist es vor allem eine positive Dienstleistung, die vom Bürger geschätzt wird. Wir möchten sie eigentlich beibehalten – aber nicht um jeden Preis», sagt er. Was diese Aussage konkret bedeutet, kann er noch nicht sagen. Die Preiserhöhung könnte aber allenfalls dazu führen, dass die Zahl der Tageskarten reduziert oder deren Preis nach oben angepasst würde. Derzeit bezahlen die Nutzer 40 Franken dafür. Auch die Gemeinde Gossau hat ein Herz für Reisefreudige: Gleich 6 Tageskarten liegen hier bereit. Diese sind sehr gut ausgelastet, wie die zuständige Gemeinderätin Andrea Gisler (PFP) sagt. «Mit ein Grund für die Beliebtheit ist wohl die Tatsache, dass wir die Tageskarten auf Wunsch auch zuschicken, das machen die wenigsten Gemeinden.» Angesichts der hohen Nachfrage glaube sie nicht, dass die Preissteigerung das Angebot gefährde. Im Gemeinderat sei die Angelegenheit allerdings noch nicht besprochen worden. In Gossau kostet die Gemeinde-Tageskarte heute 35 Franken. Entscheide stehen noch aus Noch offen ist die Situation in Uster. Die Stadt hält 7 Tageskarten bereit, die für je 35 Franken zu haben sind. Ob und wie sich die Preiserhöhung auf das Angebot auswirkt, müsse man erst klären, hiess es bei der Stadtverwaltung. Noch nichts entschieden ist auch in Bauma. Für Gemeindeschreiber Bruno Bähler ist aber klar, dass das Angebot angesichts der Nachfrage wohl bestehen bleibt – allenfalls mit angepasstem Preis. Die beiden Baumer Karten sind für je 35 Franken zu haben. In einer besonderen Situation befindet sich Lindau. Hier wurden die Gemeinde-Tageskarten erst Anfang Jahr eingeführt. Bedeutet die Preiserhöhung nun den Tod des Angebots? Gemeindeschreiber Viktor Ledermann verneint: «Die Nachfrage ist sehr hoch, das Angebot entspricht also einem echten Bedürfnis. Ich glaube nicht, dass es gleich wieder eingestellt wird.» Allenfalls müsse man sich eine Preiserhöhung überlegen – heute sind pro Karte 35 Franken fällig. Ledermann geht nicht davon aus, dass durch eine moderate Erhöhung die Nachfrage sinkt. «Anders wäre das gewesen, wenn die SBB mit ihrer Forderung durchgedrungen wären, die Tageskarte dürfe erst ab 9 Uhr gültig sein. Das hätte die Attraktivität massiv verkleinert.»

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