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Tag und Nacht auf Torejagd

Einer Vielzahl von Amateurfussballern kam das Turnier in Rüti gelegen, um die Winterpause zu überbrücken. Fussball in der Halle ist aber nur noch ein Nischenprodukt.

Von Ueli Zoss, Rüti Der Name des Hallenturniers im Zürcher Oberland lautete unbescheiden «Indoors Master Soccer Cup» und wurde als eines der grössten Zürcher Sport-Events angepriesen. Die Organisatoren hoben ebenso hervor, dass die Turnhalle Schwarz in Rüti bereits zum 13. Mal als Austragungsort diente. Der Anlass sprengte die für solche Veranstaltungen üblichen Dimensionen allemal. Insgesamt 79 Teams und rund 550 Spieler standen am Wochenende geschlagene 30 Stunden lang im Einsatz. Gespielt wurde Tag und Nacht. Die Mannschaft von «El Classico» gewann in der Nacht auf Sonntag um vier Uhr in der Früh den Final des Night-Turniers 2:1. Keine 16 Stunden später war «El Classico» noch frisch genug, um mit einem 3:1-Finalsieg im 186. und letzten Spiel auch den Tagessieg zu holen. Mehr als nur ein Grümpelturnier Weitere Teamnamen wie «Affenjäger» oder «Tschungel Gang» liessen auf ein Grümpelturnier schliessen. Doch die Hobbykicker blieben in Unterzahl. Rund zwei Drittel aller Teilnehmer verfügten über eine Klublizenz. So zog vom Erstligisten FC Tuggen Ardian Murtisi das Trikot von «Fritz de Blitz» über. «Meine Kollegen zu unterstützen, ist Ehrensache», sagte er. Einer seiner Mitspieler war Beat Schneider vom regionalen Zweitligisten FC Dübendorf. «Das Turnier in Rüti ist immer gut organisiert und ein Happening. Zusammen haben wir viel Spass», meinte er. Zur Spielweise fügte er augenzwinkernd an: «Ich ziehe in der Halle zwar den Fuss zurück, aber geschenkt wird nichts.» «Fritz de Blitz» musste sich schliesslich in den Viertelfinals dem nachmaligen Sieger «El Classico» 1:2 geschlagen geben. Die Anwesenheit zahlreicher in den höchsten Amateurklassen erprobter Spieler führte zu durchwegs attraktiven Begegnungen. Das technische Können der Akteure reichte aus, damit der Ball auch ohne Banden meist innerhalb des Spielfelds blieb. Es ging zudem fair zu und her: «Ich musste erst eine einzige Zweiminutenstrafe anzeigen», sagte Sabedin Rexhepaj, einer der vom Fussballverband Region Zürich abbestellten Schiedsrichter, am Sonntagnachmittag – nachdem er ungefähr sein 30. Spiel geleitet hatte. Ibrahim Sen, Chef des Organisationskomitees, erklärte zum selben Zeitpunkt: «Wir befinden uns genau im Zeitplan. Alles läuft bisher wie geschmiert.» Sen und seine Crew hatten den Anlass perfekt organisiert. Jede Mannschaft mit Spielern ab 17 Jahren hatte mindestens drei Einsätze. Weil die Teams gestaffelt eintrafen und spielten, kam es nur zu kurzen Wartezeiten. Eine Garderobe und eine Spielfläche genügten vollauf. Das Mauerblümchendasein Zwar gelangt im Januar 2011 in Rüti auch noch der «Soccerstar Cup» zur Austragung, und viele Amateurvereine werden in den kommenden Tagen landauf, landab zwecks Aufbesserung der Klubkasse Hallenturniere durchführen –, aber Indoor-Fussball ist in diesen Breitengraden nach wie vor kein Renner. Eine Marketingfirma scheiterte vor zehn Jahren trotz Unterstützung einer Grossbank und der Swiss Football League mit dem Versuch, eine Hallenmeisterschaft mit allen Schweizer Topklubs im damals schon reich befrachteten Terminkalender unterzubringen. Die seit 2006 unter dem Patronat des Schweizerischen Fussballverbandes durchgeführte Futsal-Meisterschaft findet so gut wie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eine Bastion für Hallenfussball war eine Zeitlang die Stadt Genf. In diesem Jahr konnte das Indoor-Turnier in der Westschweiz allerdings mangels Interesse der Investoren nicht mehr ausgetragen werden. Bleibt noch Rüti mit seinen beiden attraktiven Events. Nach stundenlangem Fussballspiel zeigen sich am Hallenturnier in Rüti erste Ermüdungserscheinungen.Foto: Michael Trost

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