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SVP wirft am meisten Geld auf

Im Bezirk Hinwil liefern sich die grossen Parteien einen heissen Wahlkampf um einen zusätzlichen Sitz im Kantonsrat. Die SVP spart zwar bei der Werbung, gibt aber trotzdem viel mehr aus als FDP und SP.

Von Patrizia Legnini Der Bezirk Hinwil erhält im Kantonsrat einen zusätzlichen Sitz zugesprochen. Um diesen balgen sich SP, SVP und FDP auf den Urnengang vom 3. April hin intensiv. Allerdings lassen sie unterschiedlich viel Geld springen für den Wahlkampf. SP-Bezirkspräsidentin Monika Wicki verrät, dass sich die Sozialdemokraten ein Budget von «etwas mehr als 20 000 Franken» leisten. Bei der FDP ist der Betrag mehr als doppelt so hoch: Rund 45 000 Franken gibt die Bezirkspartei für Werbematerial und Veranstaltungen aus, wie Präsident Pascal Becher erklärt. Nur die SVP, mit vier Sitzen die dominierende politische Kraft im Bezirk, gibt sich bedeckt bezüglich des genauen Betrags. «Wir haben aber wohl das grösste Werbebudget», sagt Präsident Martin Suter. Allerdings hat die SVP nicht mit Geld um sich geworfen: Seine Partei sei diesmal ohne Werbebüro ausgekommen, sagt Suter. Sie habe so auf einen Schlag 15 000 Franken sparen können. Er betont, dass die Werbung zu 95 Prozent aus Mitgliederbeiträgen finanziert werde und nicht etwa durch einen Mäzen oder mit Spenden. Indem man im Wahljahr jeweils die Mitgliederbeiträge erhöhe, kämen «rechte Summen» zusammen. Pascal Becher, wie Suter selber Kantonsratskandidat, schätzt das Werbebudget der Konkurrenzpartei SVP auf mindestens das Dreifache des FDP-Budgets. Die Schätzungen von Monika Wicki, die mit Listenplatz als SP-Spitzenkandidatin gilt, sind ähnlich. Für besondere Eigenwerbung sind bei allen drei Parteien die Kandidaten selber zuständig. Sie investieren laut den Bezirksparteipräsidenten zusätzlich zu den Ausgaben der Parteien Beträge von mehreren Hundert bis mehreren Tausend Franken. Geld, das sie in Flugblätter und Geschenkartikel investieren. Kandidaten zahlen Geschenke Martin Suter zum Beispiel, dessen Verwandte im Toggenburg leben, suchte nach etwas «typisch Schweizerischem» und wurde bei den Kägi-Fret aus Lichtensteig fündig. Er kaufte 3000 Stück der ihm zufolge «nicht gerade billigen» Schokowaffeln, liess sie mit seinem Konterfei bedrucken und verteilte sie höchstpersönlich an Passanten. Was ihn die Aktion genau gekostet hat, will er nicht sagen. Insgesamt habe er für seine persönliche Werbung aber einen Betrag ausgegeben, mit dem er, seine Frau und seine vier Kinder «schöne Familienferien» hätten verbringen können. Stephan Weber, Spitzenkandidat der FDP, hat für Eigenwerbung zwischen 5000 und 10 000 Franken ausgegeben. Ein Teil davon kommt vom Unterstützungskomitee, das er um sich geschart hat. «Wer nicht sehr bekannt ist, betreibt in der Regel noch einen grösseren Werbeaufwand», sagt er. Sein Parteikollege Pascal Becher hat 2500 bis 3000 Franken in seine eigene Wahlkampagne investiert. Mit 1000 bis 2000 Franken hat Sozialdemokratin Monika Wicki selber von den Befragten am wenigsten ausgegeben. Allerdings unterstützen die eigenen Sektionen die SP-Spitzenkandidaten zusätzlich mit je etwa 2000 Franken. Das meiste Geld stecken die Parteien in konventionelle Werbemittel. Wicki und Suter erklären, dass der grösste Teil des Parteibudgets in Plakate, Inserate sowie Flugblätter fliesse. Ganz anders als noch bei den letzten Wahlen vor vier Jahren würden aber auch immer mehr Inserate auf Onlineportalen geschaltet und persönliche Websites bewirtschaftet. Im Vergleich zu den Wahlen 2007 haben sich die Werbebudgets aller drei Bezirksparteipräsidenten kaum erhöht. Laut dem Verlagsleiter der lokalen ZO Medien AG, Koni Müller, hat das Inseratevolumen aller Parteien um etwa 10 Prozent zugenommen, wobei alle in ähnlichem Umfang mehr inserierten. Augenscheinlich steckt aber auch hier die SVP am meisten Geld in Inserate. Der Aufwand ist gestiegen Laut SVP-Präsident Suter ist ganz unabhängig von den Ausgaben der Aufwand gestiegen, den die Parteien betreiben, um Präsenz zu markieren. Um das Stimmvolk von ihren Wahlzielen und Anliegen zu überzeugen, haben sich die Kantonsratskandidaten in den letzten Wochen fast in jeder freien Minute an Podiumsdiskussionen oder anderen Aktionen gezeigt. Sie verteilten Dreikönigskuchen, Rosen, Bonbons, Guetsli, Biberli und Bratwürste an Pendler. Viele von ihnen haben auch eine spezielle Wahlseite auf der Onlineplattform Facebook eingerichtet oder das bereits bestehende Profil aufgepeppt. Diese Wahlpropaganda hat den Vorteil, dass sie kostenlos ist.

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