Zum Hauptinhalt springen

SVP nominiert Schlachtrösser und Anfängerin

Alt-Bundesrat Christoph Blocher soll in den Ständerat, die 24-jährige Anita Borer in den Nationalrat. Das entschied die Delegiertenversammlung mit grossem Mehr. Das Wahlziel ist ein zusätzlicher Sitz für die Zürcher SVP.

Von Daniel Schneebeli Uitikon – Das Gerangel um die besten Plätze auf der SVP-Nationalratsliste war in den letzten Wochen gross gewesen. Gestern Abend folgte in Uitikon-Waldegg der Showdown vor den 334 Delegierten. Diese genehmigten die Liste, wie sie vom Kantonalvorstand vorgeschlagen wurde, mit 301 zu 19 Stimmen, bei zwei Enthaltungen. Spitzenkandidat ist damit Christoph Blocher, gefolgt von Newcomerin Anita Borer. Zu ihrer im Vorfeld heftig umstrittenen Kandidatur gab es keine Wortmeldung. Hinter dem Duo folgen sämtliche Bisherige, bis auf Platz 13, mit dem der 66-jährige Ulrich Schlüer vorlieb nehmen muss. Von den weiteren Herausforderern erhielt Kantonsratspräsident Hans Frei den besten Platz (14). Dahinter folgen Alt-Kantonsrat Hans Egloff, Kantonsrätin Barbara Steinemann und Kantonsrat Claudio Zanetti. Eine Delegierte hatte für Schlüer einen besseren Listenplatz verlangt. Dieser verzichtete allerdings freiwillig darauf. Er stehe zu den Regeln, nach welchen die Liste zusammengestellt worden sei. Kurz das Wort ergriff auch Blochers Schwiegersohn Roberto Martullo, der die Liste im Vorfeld im TA kritisiert hatte und eine Amtszeitbeschränkung gefordert hatte. Er verzichte auf einen Änderungsantrag, sagte Martullo, weil er in der SVP Meilen dafür keine Mehrheit gefunden habe. Der nationale Parteipräsident Toni Brunner lobte die Zürcher Liste. Sie sei mit ihren prominenten Namen ein Flaggschiff für die SVP. Es seien meist die Altgedienten, welche der Partei die Stimmen brächten. Anita Borer sei im übrigen nicht zu jung. Er habe in ihrem Alter bereits eine Legislatur im Nationalrat hinter sich gehabt, sagte Brunner. Jene, die über ihren Listenplatz enttäuscht sind, ermunterte er, sich mit einem guten Wahlkampf für die nächsten Wahlen zu empfehlen. Dann gibts auf der Zürcher Liste einige Sitze neu zu besetzen.Parteipräsident Alfred Heer schwörte die Versammlung auf die Wahlen ein. Zwei Themen seien wichtig: die Bekämpfung des freien Personenverkehrs und der Kampf gegen die EU. Diese stehe vor dem Ruin, und es gelte darum einen Beitritt der Schweiz zu verhindern. Als Wahlziel nannte Heer einen zusätzlichen 13. Sitz für die Zürcher SVP.Sekundiert wurde Heer von Toni Brunner. «Wir stellen unsere Selbstbestimmung über alles», rief er in den Saal. Es gehe bei den Wahlen um Anpassung oder Widerstand. Um die Widerstandskraft zu vergrössern, müsse die SVP stärker werden. Brunner zeigte sich überzeugt, dass sich die SVP bei den Wahlen nur selber schlagen könne.Er kritisierte wie Heer den Bundesrat, in dem es viel zu wenig SVP gebe. Er erwarte, dass der Bundesrat demnächst den Ausstieg aus der Kernenergie ankündige. Er schloss zwar nicht aus, dass dies die Zukunft sei, aber für diesen Grundsatzentscheid sei es zu früh und vor allem müsse er vom Volk gefällt werden. Nichts wäre für Brunner schlimmer, als wenn nach dem Ausstieg ausländischer Atomstrom importiert werden müsste, zu Preisen, die vom Ausland diktiert würden.Die Nomination von Ständeratskandidat Christoph Blocher war eine reine Formsache. Mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde er nominiert und danach mit einer stehenden Ovation und mit einem «Alt-Bunderats-Blocher-Marsch» von Alphornbläsern gefeiert. Blocher outete sich in seiner Rede als Anhänger des Ständerates, auch wenn dieser in ein linkes Fahrwasser geraten sei. Das hänge damit zusammen, dass die Ständeräte geheim abstimmen können. Er wolle im Stöckli politisch Gegensteuer geben und sich vor allem für Zürich einsetzen, sagte Blocher. Das sei ihm besonders darum wichtig, weil die Schweiz in den nächsten vier Jahren in wirtschaftlich schwierige Zeiten geraten werde.Gestern Nachmittag kündigte zudem die Junge SVP an, dass sie mit einer eigenen Liste mit 34 Kandidaten in die Nationalratswahlen gehen werde. Nominiert werden sie an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung am 1. Juni. «Wir stellen unsere Selbstbestimmung über alles. Bei den Wahlen geht es um Anpassung oder Widerstand.» Toni Brunner, SVP-Präsident

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch