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Strafe für betagten Bordellbetreiber

Laut Obergericht hat ein Bordellbetreiber aus Niederglatt eine Prostituierte vergewaltigt.

Von Attila Szenogrady Niederglatt – Der heute 71-jährige Angeklagte hinterliess vor Obergericht einen bemitleidenswerten Eindruck. Da stand ein schwerhöriger Grossvater, der kaum noch etwas mitbekam. Weniger Anlass zu Mitleid gab die Vergangenheit des Angeklagten. So führte er von 2000 bis 2005 den Bordellbetrieb Blue Line Club in Niederglatt und beschäftigte dabei diverse osteuropäische Prostituierte. Einige der Frauen schafften illegal an. Im Sommer 2003 meldete sich eine gebürtige Rumänin bei der Zürcher Polizei und führte aus, dass sie vom Bordellbetreiber gegen ihren Willen zu Sex gezwungen worden sei. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich leitete darauf eine umfangreiche Strafuntersuchung gegen den beschuldigten Familienvater ein. Als dieser im März 2010 vor dem Bezirksgericht Dielsdorf stand, drohten ihm viereinhalb Jahre Gefängnis. Die Anklage lastete ihm mehrfache Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Förderung der Prostitution und weitere Delikte an. Unschuldig wegen Impotenz Das Bezirksgericht kam mangels Beweisen zu vielen Freisprüchen. Eine Vergewaltigung sowie Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz sah es aber als erwiesen an. Die Richter setzten eine teilbedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr fest. Die Hälfte davon unbedingt. Verteidiger Valentin Landmann legte Berufung ein und verlangte gestern vor dem Zürcher Obergericht Freispruch vom Hauptvorwurf der Vergewaltigung. Milieu-Anwalt Landmann gab an, sein Klient leide an Impotenz, weshalb er gar keinen Sex haben konnte. Allerdings erneut vergeblich. Für das Obergericht war nicht ersichtlich, weshalb der Angeschuldigte bereits vor acht Jahren an Impotenz gelitten haben soll. Denn damals habe er von Sex gesprochen, mit dem die Geschädigte einverstanden gewesen sei. Diese hatte aber geschildert, dass ihr Chef auf sie losgegangen sei. Das Obergericht bestätigte den Dielsdorfer Schuldspruch wegen Vergewaltigung. Trotzdem setzte es die ganze Strafe zur Bewährung aus auch in Hinblick auf den angeschlagenen Gesundheitszustand des heutigen Rentners.

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