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Stockengut-Hühner haben ausgedient

Weil der Hühnerstall auf dem Stockengut umgebaut wird, müssen Ende Woche 1000 Legehennen geschlachtet werden.

Von Rahel Urech Kilchberg – So billig wie jetzt kommt der Konsument selten zu einem Huhn: Für wenige Franken nur gibt Stephan Vetsch, der Bauer des Kilchberger Stockenguts, zurzeit seine Hühner ab. Die verbleibenden der 1000 Legehennen werden auf dem Hof Ende Woche geschlachtet. Im Mai nämlich beginnen die Bauarbeiten für den neuen Hühnerstall auf dem gemeindeeigenen Gutshof. Dieser soll den neuen Hennen bessere Lebensbedingungen bieten. Und den Besuchern einen guten Einblick in ihr Treiben garantieren. Die neuen Bewohnerinnen werden voraussichtlich Ende Sommerferien einziehen. Stephan Vetsch freut sich nicht darüber, seine Hennen wegzugeben. Anfang September hat er sie gekauft, da waren sie 22 Wochen alt und wurden gerade legefähig. Jetzt – nach Ostern – sind sie acht Monate alt. Und sie könnten, nach Auskunft von Stephan Vetsch, «noch gut vier bis fünf Monate Eier legen». Hennen sind ein Jahr produktiv Eine Alternative zur Schlachtung jedoch hat der Bauer nicht: Legehennen produzieren nur etwa ein Jahr lang marktfähige Eier, wie Jean Ulmann erklärt, Präsident von Gallo Suisse, der Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten. Zwar sei es eineinhalbjährigen Hühnern möglich, nach einer Pause – der Mauser – weiter Eier zu legen, doch haben diese eine für den Verkauf untauglich weiche Schale. Die Eierproduzenten sind deshalb gezwungen, den Lebenszyklus ihrer Tiere sorgfältig zu planen – schon nur, um der massiv steigenden Nachfrage nach Eiern an Ostern oder vor Weihnachten gerecht zu werden. So kauft Landwirt Fritz Lusti aus Schönenberg jeweils Ende Oktober 2000 neue Hennen im legefähigen Alter von 18 Wochen, die er ein Jahr darauf schlachtet, sodass er ihre letzten Eier im Weihnachtsgeschäft verwerten kann. «So haben wir zu den Zeiten mit Spitzennachfrage immer genügend Eier», erklärt er den Ablauf. Die Hälfte wird zu Gas Spätestens im Alter von eineinhalb Jahren haben Legehennen ausgedient. Was danach geschieht, ist in den Augen von Jean Ulmann sehr unbefriedigend. Für den Verzehr als Poulet und für die Tiermehlproduktion sind die alten Legehennen nicht geeignet. Etwa 50 Prozent der geschlachteten Tiere landen als Suppenhuhn auf dem Markt. «Leider finden Suppenhühner heute kaum noch Abnehmer», sagt Ulmann. Immer mehr geschlachtete Hühner würden deshalb im thurgauischen Münchwilen zu Biogas fermentiert, das ins Gasnetz gelangt. Gallo Suisse ruft deshalb die Schweizer dazu auf, nach den Eiern an Ostern nun ihre Produzenten zu verwerten. Denn die Rechnung ist einfach : Würde in jedem Haushalt ein Suppenhuhn pro Jahr zubereitet, wäre das Verwertungsproblem bereits gelöst.

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