Zum Hauptinhalt springen

Stich in den Hals war Notwehr

Ein Hilfsarbeiter aus Buchs stach an der Dorfchilbi einem Kosovo-Albaner in den Hals. Vom Vorwurf der versuchten Tötung ist er freigesprochen worden.

Von Attila Szenogrady Buchs – Am 27. September 2008 suchte der damals 18-jährige Hilfsarbeiter mit einem Kollegen die Dorfchilbi auf. Bei der Autoscooter-Bahn wurden die beiden jungen Männer in eine Schlägerei mit einer Gruppe von Kosovo-Albanern verwickelt. Der Angeklagte nahm dabei plötzlich sein Butterfly-Messer hervor und fuchtelte damit in der Luft herum. Er wollte mit der Waffe seine Gegner einschüchtern, erreichte aber prompt das Gegenteil. Der mit ihm schon zuvor verfeindete Rädelsführer der Kosovaren ging zum Angriff über. Worauf der Angeklagte mit dem Messer in der Hand wegrannte.Allerdings vergeblich. Schon nach wenigen Metern holte der Häscher den Beschuldigten ein und wollte auf ihn einschlagen. Da drehte sich der junge Schweizer um und versetzte dem Verfolger einen Stich in den Halsbereich. Während der heute 19-jährige Geschädigte schwer verletzt zusammenbrach und operiert werden musste, lief der Messerstecher nach Hause und schaltete die Polizei ein. Unschuld beteuert Am Freitag beschäftigte der umstrittene Fall das Zürcher Obergericht. Während die Staatsanwaltschaft wegen versuchter vorsätzlicher Tötung sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz eine Freiheitsstrafe von vier Jahren forderte, setzte sich die Verteidigung für einen Freispruch vom Hauptvorwurf ein. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld und verwies darauf, dass er sich bloss gegen einen stärkeren Gegner gewehrt habe. Beide Seiten waren sich über eine Notwehrsituation einig. Allerdings habe der Beschuldigte gemäss der Staatsanwältin das Notwehrrecht mit der Messerattacke überschritten. Die Oberrichter sprachen von einem Grenzfall, stützten sich aber zuletzt auf einen jüngeren Entscheid des Bundesgerichts. Dieses hatte eine ähnliche Notwehrhandlung als gerechtfertigt eingestuft. Damit bestätigten die Oberrichter ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf einstimmig. Auch die wegen der Widerhandlung gegen das Waffengesetz erfolgte bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 100 Franken wurde vom Obergericht bestätigt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch