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Statt Derbys lange Reisen ins Tessin

Erstligist YF Juventus spielt nicht mehr in der Gruppe 2. Trainer Salvatore Andracchio ist darüber nicht erfreut. Dennoch zählen die Stadtzürcher auch in der Gruppe 3 zum Kreis der Favoriten.

Von David Schweizer Am Ende fehlte YF Juventus nur wenig zum zweiten Aufstieg in die Challenge League. Im Final-Rückspiel gegen Delémont mussten sich die Stadtzürcher erst in der Verlängerung 1:4 geschlagen geben. Doch trotz der starken letzten Saison blickt Trainer Salvatore Andracchio zurückhaltend auf den Meisterschaftsbeginn. «Für einen Platz unter den besten 3 müsste es optimal laufen», sagt er. Die defensive Haltung des 49-Jährigen hat vor allem mit dem Wechsel in die Gruppe 3 zu tun. Dort geben nicht mehr die nicht aufstiegsberechtigten U-21-Teams der Grossklubs den Ton an. «Rapperswil, Tuggen und Baden haben das Potenzial für einen Spitzenplatz», ist Andracchio überzeugt. Deshalb werde es schwieriger, Rang 1 zu bestätigen. Überhaupt ist der Coach nicht glücklich über den Gruppenwechsel. «Die Spiele gegen GC und den FCZ bringen viel mehr Zuschauer. Stattdessen spielen wir jetzt gegen Chiasso, Lugano und Mendrisio.» YF Juventus nimmt die neue Aufgabe mit einem stark veränderten Kader in Angriff – jedoch wohl ohne Substanzverlust. «Es haben uns nur Spieler mit wenig Einsatzzeit verlassen», sagt Andracchio. Dafür konnten mit Raul Cabanas und Leonel Romero zwei bestandene Challenge-League-Akteure verpflichtet werden. Das Budget werde durch die beiden ehemaligen Profis nicht besonders strapaziert, betont Andracchio. Man habe den beiden jedoch einen Job vermittelt. Mutters schwere Verletzung Um einen Platz im Mittelfeld kämpfen wird auch Raoul Mutter. Der 19-Jährige spielte die letzten sechs Jahre bei den Junioren des FC Zürich, kam aber zuletzt in der U-21 nur unregelmässig zum Einsatz. Mit dem Wechsel zu YF Juventus hofft er, seine Karriere neu zu lancieren. Mutter hat eine schwierige Zeit hinter sich. Im 2009 erschienenen Doku-Film «Champions von Morgen» spielte der Glarner mit zwei gleichaltrigen Talenten die Hauptrolle. Darin wurde auch sein im Mai 2008 in einem U-18-Spiel erlittener Schien- und Wadenbeinbruch thematisiert. Er sei erst nach eineinhalb Jahren schmerzfrei gewesen, blickt der frühere U-16-Nationalspieler zurück. Nach seiner Rückkehr habe er in der U-21 aber nur wenige Chancen erhalten. Der FCZ verlängerte seinen zum Ende der Berufsausbildung ausgelaufenen Vertrag nicht mehr. «Raoul braucht Spielpraxis», sagt Ernst Graf, Leiter der FCZ Academy. «Man muss ehrlich sein. Die Jüngeren stossen nach. Ein Oliver Buff beispielsweise spielt bereits mit 18 in der ersten Mannschaft.» Gemäss Graf sei es schwierig, eine Prognose zu stellen. Er erachtet es aber als eher unwahrscheinlich, dass Mutter den Sprung in die Super League schaffen werde. So weit denkt der Neuzugang, der sich in seinem letzten Spiel für den FCZ gegen YF Juventus (1:4) noch als Torschütze auszeichnen konnte, gar nicht. «Ich will mir einen Stammplatz erkämpfen und in die Challenge League aufsteigen», sagt Mutter. Trainer Andracchio zählt ihn auf jeden Fall bereits zu den 12 bis 13 Akteuren, die für die Startelf infrage kommen. «Mit seinen taktischen und technischen Qualitäten kann er Stabilität in das Mittelfeld bringen.» Neben Mutter, Cabanas und Romero wurde das Team zudem mit Fussballern aus unteren Ligen ergänzt. Auf den Kaderpositionen 13 bis 17 bevorzuge er junge Spieler, begründet Andracchio die Transfers. Startspiel in Gossau Zum Auftakt trifft YF Juventus am Sonntag auswärts auf den völlig umgekrempelten Challenge-League-Absteiger Gossau (Buechenwald, 14.30 Uhr). Im 22-Mann-Kader der St. Galler figurieren gerade noch vier Spieler aus der Vorsaison. Zwei davon sind der langjährige Profi Jan Berger (u. a. GC) und der frühere Schaffhauser Enzo Todisco. Die Gossauer trotzten YF Juventus vor drei Wochen in einer Testpartie ein 2:2 ab. Weniger gut verlief dafür die Meisterschaftshauptprobe. In der 1. Runde der Cup-Qualifikation gab es am Mittwoch ein 0:3 gegen Wangen bei Olten. Von einem Freilos profitieren konnte dagegen YF Juventus. Die Stadtzürcher treffen in Runde 2 auswärts auf Schötz. Neu beim Erstligisten YF Juventus: Leonel Romero, Ali Hoti, Raoul Mutter, Sefkan Tosun, Raul Cabanas, Georgios Marinis, Koffi Ake und Nikola Miskovic (von links). Foto: Nicola Pitaro

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