Zum Hauptinhalt springen

Stäfner Jugendbande trifft sich vor Gericht wieder

Raub, Diebstahl, Vandalismus – fünf Jugendlichen drohen wegen zahlreicher Delikte lange Haftstrafen. Einige der Angeklagten gehörten zur Stäfa City Crew.

Von Petra Schanz Meilen – Sie sind zwischen 19 und 23 Jahre alt. Sie stammen aus der Schweiz, der Türkei, dem Irak, Algerien und dem ehemaligen Serbien-Montenegro. Zurzeit sitzen sie in Untersuchungshaft oder im Jugendheim. Morgen Mittwoch stehen sie vor dem Meilemer Bezirksgericht. Der Prozess soll den ganzen Tag dauern. Die Taten, deren die fünf Jugendlichen verdächtigt werden, umfassen eine beachtliche Palette: Raub, Vergehen gegen das Waffengesetz, Sachbeschädigung, Diebstahl, Hausfriedensbruch, Vorbereitungshandlungen zu einem Raub, Verletzung der Verkehrsregeln, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, Missbrauch von Ausweisen und Schildern. Die Staatsanwaltschaft fordert für die Angeklagten zwischen 11/2 und 4 Jahren Freiheitsstrafe, die meisten davon unbedingt. 15 000 Franken geraubt Die fünf Angeklagten sollen in der Zeit zwischen dem 15. Oktober 2005 und dem 10. Dezember 2009 in unterschiedlichen Formationen straffällig geworden sein. Mitte November 2009 beispielsweise überfielen vier von ihnen den Bahnhofkiosk Wetzikon. Während einer im Auto startbereit wartete, um die Flucht zu sichern, drangen die anderen drei maskiert in den Kiosk ein. Einer bedrohte die Verkäuferin mit einer Schreckschusspistole und forderte sie auf, ihnen das Geld aus dem Tresor und der Kasse auszuhändigen. Unter anderem hielt er ihr den Pistolenlauf auch in den Mund. Zudem bedrohten die Angeklagten die Verkäuferin mit einem Schlagstock. Die Frau versuchte zweimal durch die Tür zu entkommen, doch jedes Mal packte sie einer von hinten wieder, riss sie zurück und drückte sie gegen die Wand. Schliesslich händigte die Kioskverkäuferin den Räubern alles Geld aus und liess sich aus Angst und Schwäche zu Boden fallen. Die Angeklagten flüchteten mit 15 550 Franken, die sie untereinander aufteilten. Busfahrer geschlagen Auch gegenüber einem VZO-Buschauffeur gingen zwei der Angeklagten äusserst brutal vor. In der Nacht auf den 18.?Oktober 2009 stiegen die beiden kurz vor 1 Uhr an der Haltestelle Mies in den Bus der Linie Stäfa–Hombrechtikon. Wieder richtete der eine die mitgenommene Schreckschusspistole auf den Chauffeur und forderte das Geld aus der Kasse. Weil die Kasse leer war, wurden die Angeklagten wütend. Einer von ihnen versetzte dem Busfahrer mit dem Pistolengriff einen derartigen Schlag auf den Kopf, dass dieser eine Rissquetschwunde erlitt. Daraufhin flüchteten die beiden. Mehr Erfolg hatten drei der Angeklagten ein paar Tage später, als sie das Pub-Restaurant «Steakhouse Small Place» in Hombrechtikon überfielen. Die drei warteten morgens um 2 Uhr vor dem Hintereingang des Pubs, bis die Wirtin herauskam. Einer von ihnen sprühte ihr Pfefferspray ins Gesicht, sodass diese die Hände vors Gesicht schlug und vor Schmerzen zu Boden ging. Die zwei anderen Angeklagten stürmten in die Bar, wo sie auf den Wirt trafen. Einer richtete die Schreckschusspistole auf ihn und forderte das Service-Portemonnaie, das der Wirt auch aushändigte. Auch ihm sprühten sie Pfefferspray ins Gesicht und flüchteten mit 2300 Franken. Zu einem Überfall auf die Denner-Filiale in Erlenbach kam es glücklicherweise nicht mehr. Zwei der Angeklagten beobachteten aber den Laden bereits, um in Erfahrung zu bringen, wann die Lieferanten und Mitarbeiter eintrafen und wann und wo die Tür geöffnet wurde. Noch in der gleichen Nacht wurden die Angeklagten aber verhaftet. Gesprayt und gerast Zuvor waren die jungen Männer auch noch in einen Stäfner Kebab-Stand und einen Minimarkt im bernischen Diesse eingebrochen, hatten sie den Ueriker Bahnhofkiosk ausgeraubt, Liegenschaften im Kehlhof versprayt, waren mit 80 Kilometern pro Stunde durch eine Tempo-30-Zone gefahren und hatten Autokontrollschilder entwendet und ans eigene Auto montiert. Einige der jugendlichen Angeklagten verkehrten in Kreisen der Stäfner City Crew, wie der zuständige Staatsanwalt Markus Imholz bestätigt. Die Bande war in Stäfa immer wieder durch Sprayereien an Hauswänden und Bahnhofunterführungen aufgefallen und hatte die Bewohner eines Quartiers im Zentrum terrorisiert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch