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Stadt bringt sich mit Restaurant ins Spiel ums Ortszentrum Au

Wädenswil kauft für 1,3 Mio. Franken die Bahnhöfli-Liegenschaft in der Au. Und sichert sich so ein strategisches Puzzleteil für ein seit Jahren gefordertes Ortszentrum.

Von Arthur Schäppi Au – Vor der Wirtshaustüre des Restaurants Bahnhöfli bei der Station Au können die ehemaligen Gäste nur noch leer schlucken: «Unser Geschäft bleibt geschlossen. Herzlichen Dank an alle Gäste», verkündet dort eine Tafel am Eingang. Vor Monatsfrist haben die Liegenschaftsbesitzer Lotti und Theo Bürkli ihr Restaurant nach 27 Jahren dichtgemacht und geräumt. «Aus wirtschaftlichen Gründen», wie Theo Bürkli sagt. «Weil in der Au sich immer mehr Restaurants und öffentliche Kantinen die Gäste streitig machen und weil der ohnehin rückläufige Umsatz mit dem Rauchverbot um volle 25 Prozent eingebrochen ist, mussten wir leider aufhören», sagt Theo Bürkli. Jetzt verkauft das Wirtepaar die Liegenschaft an die Stadt für 1,3 Millionen Franken. Demnächst Vertragsabschluss «Der Stadtrat und die Eigentümer sind sich handelseinig», bestätigt Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) die anstehende Handänderung für 1,3 Millionen Franken. Die Verträge sollen «in den nächsten Tagen» unterzeichnet werden, sagen Theo Bürkli und ein Sprecher der städtischen Immobilienabteilung übereinstimmend. Für den Liegenschaftenerwerb macht Philipp Kutter «strategische Gründe» geltend. Die Stadtregierung möchte im Umfeld des Restaurants zwischen Bahnstation und Lidl realisieren, was in der Au noch immer fehlt und was die dortige Bevölkerung und Politiker schon seit Jahren fordern: ein eigenes Ortszentrum für den Ortsteil Au mit seinen gut 5000 Einwohnern. Entwickeln möchte die Stadt das neue Ortszentrum Au zusammen mit den dortigen Grundeigentümern. «Mit dem Erwerb der Liegenschaft halten wir für die weitere langfristige Entwicklung dieses Gebiets nun eine Trumpfkarte in der Hand», betont Stadtpräsident Kutter. Damit könne die Stadt nicht bloss über das Planungsverfahren Einfluss auf die Entwicklung rund ums Bahnhofareal nehmen, sondern als Hauseigentümer «auch ganz direkt an einer Lösung mitwirken». Weil die Kaufsumme für die Restaurantliegenschaft die Marke von 2 Millionen Franken nicht übersteigt, kann die Wädenswiler Exekutive das Geschäft in eigener Kompetenz, ohne Absegnung durch das Parlament, tätigen. Mit Lidl, Migrolino, Bahnstation und Post habe das Gebiet rund ums Restaurant Bahnhof schon heute «eine gewisse Zentrumsfunktion», sagt Kutter zur Standortwahl. Um das Gebiet zu einem eigentlichen Ortszentrum und Treffpunkt aufzuwerten, seien beispielsweise weitere Läden oder Dienstleistungsbetriebe und nicht zuletzt auch eine Neugestaltung des öffentlichen Raums für Pendler und Passanten denkbar. In einem ersten Schritt hat der Stadtrat jetzt vorderhand einmal die Stadtentwicklungskommission, die sich ohnehin im ganzen Stadtgebiet mit künftigen Nutzungsmöglichkeiten auseinandersetzt, mit der Ausarbeitung von Ideen und Vorschlägen für das neue Ortszentrum Au beauftragt. «Bis in etwa einem Jahr dürften erste konkrete Resultate vorliegen», meint Kutter. Studentenzimmer und Beiz Bis das Schicksal der alten Bahnhöfli-Liegenschaft definitiv feststeht, will die Stadt mit einer Zwischennutzung mithelfen, die Wohnungsnot unter den Hochschulstudenten zu entschärfen. In den beiden Wohngeschossen über dem Restaurant, wo schon heute fünf Studenten der Hochschule wohnen, sollen vorübergehend weitere Hochschulabsolventen in der heutigen Wirtewohnung einquartiert werden. Nach Möglichkeit weiterführen will die Stadt auch das Restaurant. Findet sich dafür kein geeigneter Pächter, soll die Beiz «anderweitig öffentlich genutzt werden», erklärt Kutter.

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