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Sozialhilfequote steigt in einzelnen Gemeinden um bis zu 17 Prozent

Immer weniger Leute brauchen Sozialhilfe. Im Unterland aber ist die Zahl der Betroffenen um bis zu 17 Prozent gestiegen.

Von Florian Schaer Regensdorf/Weiach &endash Die Gesamtzahl der Sozialhilfeempfänger im Kanton ist seit 2007 gesunken; um 10 Prozent von knapp 50 000 auf 45 000. Die Wirtschaft habe sich rasch erholt, und «mit dem üblichen Zeitverzug begann sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt zu entspannen», heisst es im jüngst veröffentlichten Sozialbericht des Kantons. Nur im Unterland ist diese Entspannung nicht sichtbar: Seit 2008 steigt die Zahl der Betroffenen in den Bezirken Bülach und Dielsdorf an. Damals waren knapp 6300 Fälle in den Sozialämtern registriert, Ende 2010 waren es knapp 6900 Fälle. In der Stadt Zürich ist die Sozialhilfequote gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Das sei im Vergleich «eine überdurchschnittlich positive Entwicklung», schreibt der Kanton. Doch in der Region haben die grossen Gemeinden dazu beigetragen, dass das Unterland dem kantonalen Trend nicht gefolgt ist. In Opfikon, das mit 6,6 Prozent die zweithöchste Sozialhilfequote aller 171 Gemeinden ausweist, ist die Zahl von 877 auf 1028 angestiegen. Ein Plus von 17 Prozent. Auf denselben Anstieg kommt Kloten. Die Flughafenstadt, die mit 5 Prozent Sozialhilfequote kantonsweit auf Rang drei liegt, hatte 2008 noch bei 767 Personen Sozialhilfe zu leisten. 2010 waren es 900.Auch in Regensdorf ist der Wert angestiegen. Man liegt mit 4,4 Prozent Sozialhilfequote deutlich über dem kantonalen Mittel. «Zum einen haben wir mit 32 Prozent auch einen hohen Ausländeranteil», sagt Claudia Boffa, Leiterin der örtlichen Sozialabteilung. «Darüber hinaus haben wir als Agglomerationsgemeinde sehr städtische Strukturen mit einem hohen Mass an Anonymität.» Eine Anonymität, die es in Regensberg nicht gibt. Sie ist eine von nur fünf Zürcher Kommunen, die 2010 eine Sozialhilfequote von 0,0 Prozent ausweisen. «In kleinen Dörfern kennt man einander», sagt Boffa. «Droht dort jemand zum Sozialfall zu werden, sucht man gemeinsam nach Lösungen.» Andererseits ist es für Betroffene schwierig, wenn sie sich nicht in der Anonymität der Masse verstecken können. Nicht immer Ausländer Kleine Gemeinden sollten gemäss Boffas also sinkende Sozialhilfequoten ausweisen. Die Zahlen aus Weiach zeigen aber ein anderes Bild. Mit einer 3,2-Prozent-Quote liegt das Dorf über dem Unterländer Durschnitt, seit 2001 hat sich die Zahl der Sozialfälle verdreifacht. Kann der Ausländeranteil in Opfikon (43,1 Prozent) oder in Kloten (28,7 Prozent) zumindest als Teilbegründung herhalten, liegt er in Weiach mit 11,3 Prozent verhältnismässig tief. Felix Heckendorn vom Sozialamt zu den hohen Werten: «Weiach kann noch immer günstigen Wohnraum bieten, sodass steuerschwache Personen eine Wohnung finden.» Zum anderen sei das Durchschnittsalter in der Gemeinde ziemlich hoch. So gebe es hier immer wieder ältere Menschen, die keine Arbeit mehr fänden. Gleichzeitig wanderten gerade ältere Sozialhilfebezüger seltener aus Weiach ab. Über alle Gemeinden gerechnet hat das Unterland eine Sozialhilfequote von 3,1 Prozent. Der Kantonsschnitt liegt bei 3,2 Prozent. Während die Statistik in der Quote die Anzahl Personen erhebt, sprechen die Sozialämter eher von Fallzahlen. Oftmals sind ganze Familien oder Haushalte betroffen. Die Zahl der Kinder, die Leistungen der Sozialhilfe in Anspruch nehmen, ist nicht zu unterschätzen. Im Durchschnitt werden pro Fall 1,6 Personen unterstützt.

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