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Soziale und gesellschaftliche Gräben und fremde Truppen im Land

Die Revolutionszeit im Glattal Am Ende des 18. Jahrhunderts versuchten die Franzosen, das alte, konservative Regime in der Schweiz durch ein revolutionäres zu ersetzen. Diesen Bestrebungen widersetzten sich die bislang herrschenden Aristokraten. Sympathien für die Revolution und die Demokratisierung der Gesellschaft hegten vor allem die Landbevölkerung und gebildete Städter. Im Kanton Zürich jedenfalls brodelte es gewaltig. Die Aristokraten suchten und fanden Unterstützung bei den ebenfalls antirevolutionären Monarchien Österreich und Russland. Die neuen Ideen waren aber nicht mehr aufzuhalten. Im Frühling 1798 übernahm ein revolutionsfreundliches Direktorium in Zürich die Regentschaft. Am Rhein lieferten sich französische und österreichische Truppen erste Gefechte. Anfang April 1799 liess der französische General André Masséna in der Umgebung der Stadt Zürich in Fronarbeit Feldbefestigungen erstellen. Am 2. Juni begannen erste Scharmützel, die sich am 4. Juni zur eigentlichen Schlacht ausweiteten. Die Franzosen zogen sich auf den Albis zurück und hielten weiterhin Albisrieden und Altstetten. Während dreieinhalb Monaten war der Kanton geteilt, fremde Soldaten prägten das Bild. Die siegreichen kaiserlich-österreichischen Truppen zogen sich im Sommer nach Süddeutschland zurück und wurden durch russische Truppen unter General Alexander Michailowitsch Korsakow ersetzt. Am 25. September setzten die Truppen Massénas bei Dietikon über die Limmat, die zweite Schlacht um Zürich begann tags darauf. Massénas Truppen drängten die Russen zunächst in die Stadt Zürich zurück und später über Witikon hinunter ins sumpfige Glattal. Die Annalen berichten von heftigen Kämpfen an der Glatt. Der Bau des Volketswiler Franzosengrabens dürfte 1799 erfolgt sein. Ein genaueres Datum ist nicht eruierbar. Welche Belastung der Krieg für die lokale Bevölkerung bedeutete, geben die Quellen aber eindrücklich wieder. So musste das damals 1690 Seelen zählende Volketswil am 15. August 1799 gut 5000 russische Soldaten auf dem Durchmarsch verpflegen. Dabei verlangten die Russen nicht nur Kost und Logis, sondern liessen alles mitlaufen, was nicht niet- und nagelfest war und plünderten anschliessend auch noch den Nachbarort Nänikon. (arb)

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