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Skater im Geschwindigkeitsrausch

Am Sonntag haben Skater den Radarhügel in Kloten in Beschlag genommen. Auf ihren Brettern kämpften sie um jede Sekunde im Downhillfahren.

Von Sibylle Katja Bossart Kloten – «Wir sind wie eine grosse Familie», sagt Ramon Königshausen, Europameister im Slalomfahren mit dem Rollbrett, während er auf seinen Start wartet. Und genau wie in einer Familie fühlt sich auch der Besucher, der sich den Skatern in Kloten nähert. Der Empfang ist herzlich, der Umgangston kollegial, man kommt schnell ins Gespräch. Es herrscht Open-Air-Stimmung. Ein DJ legt Hip-Hop auf, ein grüner VW-Bus dient als Kiosk, wo man Mineralwasser, Bier und Hotdogs kaufen kann. Einige Jugendliche liegen auf einer Picknick-Decke, andere schnallen sich Knie- und Ellbogenschoner an, setzen ihren Helm auf und machen sich auf zum Start oben auf dem Hügel. Es dominieren Baggy-Hosen, grosse Sonnenbrillen, Energydrinks und Kapuzenpullis. Nicht nur für Junge Es sind bei weitem nicht alle Skater so jung, wie man als Aussenstehender vermuten könnte. Meike ist 33 Jahre alt und kommt aus Stuttgart. «Zu meinem 31. Geburtstag habe ich mein erstes Brett bekommen», sagt sie. Seitdem ist sie mit dem Skatevirus infiziert. Wenn man ihre Fahrt mit rund 40 km/h den Hügel hinab beobachtet und sieht, wie tief sie in die Kurven liegt, wird klar, dass Skaterlaufbahnen auch nach den Teenjahren noch beginnen können. Meike ist auch eine der wenigen Frauen. «An Wettkämpfen nehmen mehr Männer teil», sagt Simon Demont vom Organisationsteam der Burning Wheels Tour. Dabei ist die Teilnahme ganz unkompliziert: Startgeld bezahlen, Ausrüstung montieren und los gehts. An den Rennen herrscht Helmpflicht, Knie- und Ellbogenschoner werden gratis zur Verfügung gestellt, sind aber nicht obligatorisch. Und wo genau liegt der Reiz dieses Brettes auf vier Rädern, das den Teilnehmern die Welt bedeutet? «Es ist wie eine Droge – man will immer weiterfahren», sagt Julian Roth, mit seinen 14 Jahren einer der Jüngeren, der aber schon die Erfahrung eines Profis aufweist. Julian steht seit 5 Jahren auf dem Skateboard und fährt in einem Team. Seine Leidenschaft hat ihm auch schon unangenehme Erfahrungen beschert. Im Sommer brach er sich bei der Europameisterschaft das Schlüsselbein; dies ist aber noch lange kein Grund, das Brett in die Ecke zu stellen. Er skatet wieder und hofft jetzt nur auf eine gute Fahrzeit, damit er sich für einen Finallauf qualifiziert. Helm montieren und mit bis zu 40 km/h den Hügel hinunter: In Kloten massen sich Skater im Downhillen. Foto: David Baer 33 % 3sp-4f-8556 name 1395358

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